Riegele BrauManufaktur Bayerisch Ale 2

Riegele BrauManufaktur – Bayerisch Ale 2

Kürzlich war ich im lokal bestsortierten Getränkemarkt, um eine Kiste Doppelbock einer heimischen Brauerei zu erstehen, als ich beim Zahlen auf einige interessante Biere aufmerksam wurde, die neben der Kasse nett aufgebaut waren. Und als ich diese inspizierte und auch direkt noch zwei Sixpacks einpackte, sprach mich der Ladenbesitzer an und wir quatschen kurz übers Bier. Er hatte wohl recht schnell raus, dass ich mich etwas auskenne, denn er packte plötzlich unter den Tresen und holte ein Dreierpack eines Bieres raus, dass ihm ein Vertreten am gleichen Tag da gelassen hatte, holte eine Flasche raus und sagte:

Die schenke ich dir. Du scheinst da mehr von zu verstehen als ich, und die beiden Flaschen reichen noch für meinen Sohn und mich.

Vielen Dank daher an dieser Stelle an den edlen Spender. Wenn ich sicher wüsste, wer es war, würde ich auch einen Link setzen. Beim nächsten Besuch werde ich mal nachfragen. Bei dem geschenkten Bier handelt es sich, wie die Überschrift schon unmissverständlich andeutet, um ein Bayerisch Ale 2 von der Riegele BrauManufaktur. Bei diesem Ale handelt es sich wohl um einen Gemeinschaftssud mit der amerikanischen Sierra Nevada Brewery.

Riegele BrauManufaktur Bayerisch Ale 2Gebraut wurde das Bayerisch Ale 2 mit allerlei Hopfensorten, namentlich Hallerauer Mittelfrüh, Citra, Cascade, Simcoe, Amarillo und Mosaik. Und das riecht man auch. Die fahlgelbe Flüssigkeit verströmt nämlich einen ungeheuer fruchtigen, aber auch bitteren Geruch. Ich würde es Grapefruit nennen, das Etikett sagt eher Aprikose, Maracuja und Pfirsich. Wie auch immer, fruchtig halt. Schön sprudelig mit
mittelgroben, weißen Schaum sieht es schon sehr lecker aus.

Allerdings finde ich den Geschmack nicht ganz so überzeugend. Das Bier ist im Antrunk wenig rezent, da nicht sehr prickelnd. Hier passt das Gaumengefühl nicht zum visuellen Eindruck. Auch der Körper ist sehr schmal, was ich persönlich ja nicht ganz so gern habe. Dafür kommt der Hopfen natürlich sofort voll zur Geltung. Lecker komponiert mit schönen, lang anhaltende Aromen. Ein nettes, leichtes Sommerale mit 5% ABV.

Die Sommerpause ist vorbei!

So oder ähnlich könnte man den ersten Beitrag nach langer Zeit überschreiben. Denn es ist schon einige Tage her, dass ich die Zeit gefunden habe, hier etwas über Bier zu schreiben. Aber es gibt gerade so viele Dinge, die meine beziehungsweise unsere Aufmerksamkeit erfordern, dass ich einfach nicht die Muße hatte, dem Blog und auch dem Bier die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient.

Das soll sich aber nun wieder etwas ändern. Ich hoffe, dass ich zumindest jede Woche ein neues Bier vorstellen kann. Damit das funktioniert, wird sich wahrscheinlich ein bisschen was an der Art der Artikel ändern. So werden die Bilder wahrscheinlich etwas weniger “professionell”, sofern man davon überhaupt sprechen kann. Aber die Bearbeitung der Bilder hat doch einiges an Zeit verschlungen. Auch denke ich darüber nach, nicht jedes Bier einzeln in einem Beitrag vorzustellen, sondern vielleicht zwei oder drei ähnliche Biere zu vergleichen. Ich bin mir nicht sicher, was praktikabel ist, und werde daher in der nächsten Zeit ein wenig mit der Art und dem Inhalt der Artikel herumprobieren. Falls jemand eine Meinung dazu haben sollte, wie die Artikel aussehen (sollen), immer her damit. Ich freue mich immer über Feedback.

In der längeren Pause sind leider einige Biere liegen geblieben. Diese möchte ich euch aber nicht vorenthalten und werde sie daher in einem Kurzportrait vorstellen.

Houblon Chouffe

Das Houblon Chouffe ist tatsächlich noch ein Überbleibsel aus dem letztjährigen Adventskalender. Dabei handelt es sich um ein belgisches Triple, das im Steinie mit einem verspielten Zwergendesign ausgeliefert wird. Das Bier selbst ist golden und klar. Die viele Kohlensäure sprudelt fröhlich im Glas unter einer immensen, weißen, feinen Schaumkrone. Geschmacklich ist es angenehm rezent, allerdings schlägt der Alkohol sofort ins Kontor, was bei 9% auch nicht verwunderlich ist. Es hat einen schmalen Körper, wenige, leicht fruchtige Aromen und eine ölige Textur.

Riedenburger Dolden Dark

Im zweiten Kurzportrait geht es um das Riedenburger Dolden Dark. Dieses Porter ist, wenig verblüffend, von tiefschwarzer Farbe mit leichter Trübung, getoppt von braunem, mittelgroben Schaum. Es riecht nach Schokolade und Banane, brotigen Röstaromen und hat eine feine Hopfennote. Am Gaumen zeigt es keine Rezenz, sprudelt fast gar nicht und hat eine cremige Textur. Es ist allerdings leicht sauer. Ich schmecke Karamell und eine leichte Alkoholnote. Der Körper bleibt auch eher schmal, im Abgang ist es leicht bitter. Die Brotaromen halten etwas nach, ganz hinten wird es noch mal nussig.

Tyskie Gronie

Drittes liegengebliebenes Bier ist das Gronie von Tyskie, einer polnischen Brauerei, die ihrerseits u SAB Miller gehört. Man könnte es also fast Fernsehbier nennen. Es ist lagertypisch goldgelb, ist sehr prudelig und bildet feinen, weißen Schaum, der schnell verfällt. Es riecht hopfig und würzig. Der Antrunk ist sauer und wenig sprudelig und unerwartet wenig rezent. Die Textur ist wässrig. Der schmale Körper mit ganz leicht würziger Note wird von einer kurzen, knappen Bittere im Abgang gefolgt. Alles in allem ein nicht so leckeres Allerweltspils.

Windhoek Draught

Windhoek Premium Draught

Nicht nur das Tafel Lager hat den weiten Sprung von Namibia bis nach Deutschland hinter sich, sondern auch eine Dose Windhoek Premium Draught ist bis zu meinen Biervoräten vorgedrungen. Neben dem Tafel Lager ist das Windhoek wohl eines der am meisten verbreiteten Biere in Namibia und stammt ebenfalls von der Namibia Breweries in Windhoek. Wie es sich für eine Brauerei in einer ehemaligen deutschen Kolonie gehört, ist es auch wieder

Brewed by choice according to the Reinheitsgebot standards of 1516

Die 440 ml Dose ist angelehnt an das Schwesterbier gold-schwarz. Das Brauereiwappen toppt den verzierten Schriftzug. Ansonsten ist die Dose recht unauffällig. Was lässt sich über den Inhalt sagen: Leider nicht viel. Das Bier ist goldgelb mit einer leichten Blässe. Der wenige, feine, weiße Schaum hält nur sehr kurz. Dafür sprudelt es recht stark in der klaren Flüssigkeit. Aromatisch lässt sich leider nicht viel erkennen. Neben dem Bitterhopfen ist eine ganz leichte würzige Note erkennbar.

Windhoek DraughtGeschmacklich setzt sich die Unaufgeregheit des Windhoek Draught fort. Der Antrunk fällt wegen der angenehmen Säure und der eher überdurchschnittlichen Verperlung eher frisch aus. Allerdings lässt der Körper dann alles vermissen, was man so von einem Bier erwarten kann. Mit wässriger Textur und ohne jegliche Süße ist die leicht würzige Note auch geschmacklich kaum auffindbar. Dafür geht es dann schnell in den sehr gemäßigt bitteren Abgang über. Wie schon gesagt: Alles sehr unaufgeregt. Anders lässt sich das Bier nicht beschreiben.

Betrachtet man es jedoch vor dem Hintergrund, dass es sich um ein Lager aus einer afrikanischen Brauerei handelt, es also eher auf das subropische Klima an der Atlantikküste abgestimmt ist, kann man ihm gar nicht vorwerfen, eher leicht und erfrischend zu sein. Denn das Bier eignet sich mit seinem 4% Alkohol prima als Durstlöscher an heißen Tagen, z.B. nach der typisch deutschen Samstagsbeschäftigung, dem Rasenmähen. Verschwitzt eine Dose Windhoek aufmachen und sich vom kühlen Bier erfrischen lassen… So öder ähnlich stelle ich mir den Use Case für dieses leichte Lager vor.

Was schreiben die Anderen: Wieder nix!

Und Danke für den Fisch.

Tafel Lager

Tafel – Lager

Heute gibt es mal wieder etwas Besonderes, da nicht Alltägliches. Meine nette Bekannte (die mit der Wiekse) hat mir liebenswerter Weise wieder ein Mitbringsel aus dem Urlaub zukommen lassen. Da sie aus Gründen in Namibia war, hat so eine Dose Tafel Lager den Weg zu mir gefunden. Tafel Bier wird von der Namibia Breweries Ltd. in Windhoek gebraut. Interessanter Weise prangt mehrfach der Hinweis auf der Dose, dass das Bier Pure Reinheitsgebot Beer sei. Ob das an der deutschen Kolonialvergangenheit liegt oder ob es tatsächlich Brauereien außerhalb Deutschlands gibt, die sich diese Beschränkung freiwillig auferlegen, kann ich nicht sagen. Nichtsdestotrotz freue ich mich immer wie ein kleine Kind über Biere, die man nicht an jeder Ecke oder in jedem Onlineshop kaufen kann. Daher frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk.

Tafel LagerDie 440ml Dose ist in Gold- und Rottönen gestaltet. Der Nacken ist mit dem Spruch “Namibia’s Finest” verziert. Da bin ich ja mal gespannt, ob das nur Marketinggeschwafel ist. Also ab in’s Glas. Das Tafel Lager ist von goldgelber Farbe mit mittlerer Verperlung. Es bildet viel feinen, weißen Schaum, der sich einige Zeit hält. Es riecht angenehm hopfig mit einer grasigen Note.

Im Antrunk ist es recht rezent mit angenehmer Säure. Die Kohlensäure macht sich im Mundgefühl nicht mehr so stark bemerkbar, finde ich für ein Lager aber auch gar nicht so schlimm. Die Textur ist eher wässrig, was zum schmalen, dezenten Körper mit einer feinen würzigen Note passt. Der Körper mündet recht schnell in einem langen Abgang mit angenehmer, nicht übertriebener Bittere.

Die Dose verspricht “Superior Taste”. Ganz so royal würde ich den Geschmack jetzt nicht beschreiben, aber für ein Lager finde ich es sehr schmackhaft. Vielleicht würde ein etwas spritzigeres Mundgefühl dem Bier noch besser stehen, aber da sind wir schon wieder bei den persönlichen Vorlieben. Alles in allem also ein leckeres Bier, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn sich einem die Gelegenheit bietet, einer Dose habhaft zu werden. Was allerdings nicht so einfach der Fall sein sollte, wenn man nicht jemanden kennt, der nach Namibia fährt. Vielen Dank daher an meine Kollegin für das schöne Mitbringsel.

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Adventskalender 2015 - Camba Bavaria Ei Pi Ai

Adventskalender 23 – Camba Bavaria Ei Pi Ai

Irgendwie bin ich ein bisschen froh, dass der mittlerweile letztjährige Adventskalender nun “abgearbeitet” ist. Ein Adventskalender nur mit IPAs ist auf Dauer doch etwas eintönig. Langweilig will ich es nicht nennen, denn schließlich haben viele IPAs (wenn auch kleine) Unterschiede. Auf die Dauer gesehen sind es aber doch alles IPAs. Ein schöner Bock zwischendurch oder ein Stout oder mal was mir noch gänzlich Unbekanntes wie ein Lambic oder eine Gose hätten allerdings für etwas Auflockerung und frischen Wind gesorgt. Aber beklagen will ich mich auch nicht, schließlich ist der Adventskalender nicht von Himmel gefallen.

Camba Bavaria - Ei Pi AiIronie des ganzen: In der letzten Flasche steckt das Ei Pi Ai von Camba Bavaria. Wenn das mal kein standesgemäßer Abschied ist. Das Imperial IPA ist in der Craftbier-typischen 0,33l Longneckflasche mit dem Camba-typischen Etikettendesign verpackt. Es hat eine, wenn ich die letzten Wochen Revue passieren lasse, ungewöhnlich helle, orangegoldene Farbe. Es sprudelt kräftig in der klaren Flüssigkeit. Ich habe wegen der Erfahrungen in den letzten Tagen beim Eingießen Vorsicht walten lassen und hoffe nun, dass es noch genug Verperlung bis zum Antrunk schafft. Der leicht getönte Schaum ist sehr stabil und von mittelgrober Struktur.

Der IPA-typische fruchtige Geruch ist vorhanden. Citrus, aber auch Beerenaroma sowie eine leichte Alkoholnote und der Eindruck von Bittere sind erkennbar. Der Antrunk ist überraschender Weise so gerade noch rezent zu nennen. Denn auch wenn es munter im Glas sprudelt, im Mund stellt sich ein eher stilles Gefühl ein. Zusammen mit der eher mäßig vorhandenen Säure kann man das Bier gerade noch frisch nennen. Im Körper dominieren kräuterige Aromen, hin und wieder meine ich den Geschmack von Kaugummi auszumachen. Auch eine sehr dezente Alkoholnote blitzt gelegentlich durch. Bei 8% Alkohol geht das aber durchaus in Ordnung. Der Abgang ist wenig überraschen schön bitter (62 IBU) und astringierend, was zur öligen Textur passt. Die Bittere setzt sich auf der Zunge ab. Das Aroma ist allerdings weniger fruchtig als vielmehr würzig.

Als letzte Flasche aus dem diesjährigen Adventskalender hat es das Camba Bvaria sicher schwerer als die erste Flasche. Denn nach gefühlten 2 Monaten nur mit IPAs kann ich diesem Bierstil gerade einfach nicht mehr so viel spektakuläres abgewinnen. Und so fällt auch mein Fazit für das Ei Pi Ai nur mittelmäßig aus. Man kann dem Brauer nicht vorwerfen, dass er irgendetwas falsch gemacht habe. Aber es gibt einfach keine Besonderheit, sodass das Ei Pi Ai nur ein IPA unter vielen ist. Trinkbar in der kräuterigen Richtung. Nicht mehr und nicht weniger.

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Adventskalender 2015 - Anchor IPA

Adventskalender 22 – Anchor IPA

Nach etwas längerer Pause habe ich heute eine der letzten Flaschen des nunmehr letztjährigen Adventskalenders geöffnet. Und es erwartete mich eine schöne Überraschung. Denn das heute Bier ist kein geringeres als das Anchor IPA der Anchor Brewing Company aus San Francisco. In dieser Brauerei wurde 1965 der Grundstein der Craftbeer-Bewegung gelegt. Aus finanziellen Grünen sollte die 1860 von deutschen Einwanderern gegründete Brauerei geschlossen werden. Einer ihrer Fans, dem gut situierten Anwaltssohn Frederick Louis Maytag III., konnte sich mit dem drohenden Ende seines heiß geliebten Anchor Steam Beers nicht anfreunden und erwarb kurzerhand 51% der Brauerei. Nun ist zwar das IPA erstaunlicher Weise erst seit 2014 im Sortiment (manchmal bekommt man ja den Eindruck, dass die Craftbeer-Szene nur IPA trinkt), nichtsdestotrotz profitiert das Bier natürlich durch seinen Namen. Hier muss man daher besonders aufpassen, nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Anchor IPADie Flasche ist ein Zwischending zwischen der bauchigen Euro- und der schlanken Longneck-Flasche und fasst 335ml. Auf dem Kronkorken ist dankenswerter Weise der Hinweis angebracht, dass man doch einen Öffner verwenden soll. Die Amerikaner scheinen da wohl recht unkreativ zu sein, obwohl es dort ja mannigfaltige Möglichkeiten gibt. Die Gestaltung des Etiketts erinnert mich mit dem handgemalten Elefanten etwas an Doldensud. Warum allerdings der Anker, das Markenzeichen der Brauerei, auf eine Decke gestickt ist, die dem Elefanten über den Rücken gelegt wurde, ist mir nicht ganz klar. Aber glücklicherweise muss ein Bier hauptsächlich in der Flasche schlüssig sein. Dafür kann man die interessante Geschichte, warum der Elefant auf der Flasche ist, auf der Webseite des Bieres nachlesen.

Mit 6,5% Alkohol ist das Bier im Rahmen des Üblichen. Es ist recht dunkel, bernsteinfarben, fast braun, aber klar, wird von massivem Schaum gekrönt und sprudelt ordentlich. Es riecht fruchtig, nach den üblichen Zitrusaromen, aber auch grüne Früchte und eine leichte Bittere sind erkennbar.

Im Antrunk ist es zwar eher rezent, aber nur auf Grund einer guten Portion Säure. Die Verperlung hält sich doch sehr im Hintergrund, was allerdings angesichts der Schaumkrone auch nicht ganz verwunderlich ist. Der Körper beginnt schon bitter, hat auch die üblichen Fruchtaromen, vor allem von grünen Äpfeln. Auch meine ich eine ganz leichte Alkohol- sowie Karamellnote auszumachen. Die Fruchtaromen tragen schön über in den langen, bitteren, trockenen Abgang, der wahrscheinlich sehr durch das Dryhopping mit 5 verschiedenen Hopfensorten profitiert. Aber auch diese Komposition ist sehr gelungen.

Zusammenfassung: Das Anchor IPA aus dem Westen der USA ist ein sehr leckeres IPA, das man unbedingt mal probieren sollte. Die Bittere kann schon einiges, ist aber noch so dosiert, dass auch Liebhaber andere Bierstile mal kosten können. Die Komposition ist gelungen. Keine hervorstechenden Aromen, dafür aber ein balancierter Körper und ein sehr gut komponierter Abgang. Einzig die etwas flaue Karbonisierung gefällt mir nicht so. Das könnte man aber auch durch vorsichtigeres Eingießen korrigieren.

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Adventskalender 2015 - Braukunstkeller Laguna

Adventskalender 21 – Braukunstkeller Laguna

In der Flasche mit der Nummer 21 verbirgt sich das Laguna aus dem Braukunstkeller. Meine erste Bekanntschaft mit dieser Brauerei habe ich ja mit dem Amarsi in Hamburg im Galopper des Jahres gemacht. Und nun, ein halbes Jahr später, habe ich die erste Flasche dieser Brauerei aus dem Odenwald zur Verkostung vor mir stehen. Zwar hat mich das Amarsi nicht so begeistert, trotzdem freue ich mich doch sehr auf das Laguna, denn auch wenn mich die Aromen des Amarsi etwas abgeschreckt haben, war doch zu erkennen, dass das Bier in sich stimmig war. Ich habe daher die Hoffnung, auch jetzt wieder ein schön abgestimmtes und geschickt hergestelltes Bier zu trinken.

Braukunstkeller - LagunaOrange-braun ist das India Pale Ale, das aus der 0,33l Longneck-Flasche ins Glas rinnt. Die Flasche ist im typisch schlichten Design des Braukunstkeller gehalten. Oben das Logo auf weißen Etikett, darunter der Name mit ein paar Zusatzinformationen. Nicht übertrieben, dafür aber stilvoll. Das Bier ist trüb und es steigen recht wenige Gasbläschen auf. Der immense Schaum, der sich recht lang hält, ist mittelgrob und leicht bräunlich getönt.

Das Bier hat ein leicht erkennbares Citrusaroma und auch ein etwas komplexeres Fruchtaroma ist erkennbar. Nach mehrmaligem Riechen habe ich auch eine sehr leichte Alkoholnote erkannt. Bei 6,1% fast schon etwas verwunderlich. Im Antrunk ist das Bier überraschend frisch. Zwar ist die Verperlung, wie schon an Hand der Beobachtung erwartet, eher mäßig ausgeprägt, dafür besticht das Bier durch angenehm viel Säure. Bereits hier setzt die Bittere ein, die ihren 68 IBU auch alle Ehre macht. Sie trägt über den wässrigen Körper hinweg, um sich dann mit einem Fruchtaroma zu verbinden. Mir fehlt ein wenig die Idee, um welche Frucht es sich handeln könnte, daher habe ich mal ein wenig bei den einschlägigen Bierportalen gelinst und bin zu dem Schluss gekommen, dass Grapefruit wohl für mich am besten passt. Sauer, bitter, aber trotzdem fruchtig. Und so ist eigentlich auch das Bier. Allerdings sollte man es gut gekühlt trinken. Je wärmer es wird, desto stärker tritt die Alkoholnote in den Vordergrund.

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Adventskalender 2015 - Crew Republic 7:45 Escalation

Adventskalender 19 – Crew Republic 7:45 Escalation

Das 19. Bier im Adventskalender ist erneut von der Münchener Brauerei CREW AleWerkstatt, die ihre Biere unter dem Namen Crew Republic vertreibt. Vor einiger Zeit hatte ich ja schon das Drunken Sailor beschrieben, dieses Mal handelt es sich um ein Double IPA, das auf den etwas sperrigen Namen 7:45 Escalation hört. Auch hier befindet sich auf dem Rückenetikett die Erklärung zum Namen: Das Bier ist all denen gewidmet, die um 7:45 als letzter Rest aus der Kneipe gefegt werden sollen, aber überhaupt noch keine Lust haben, die Heimreise anzutreten und statt dessen lieber weiter feiern wollen. Allein, aber wen kümmert’s. Mir persönlich ist niemand bekannt, auf den diese Beschreibung zutrifft, aber das kann auch am ländlichen Umfeld liegen.

Crew Republic - 7:45 EscalationNun zum Bier. Das 7:45 Escalation wurde, wie heute fast alle Biere, in eine 0,33l Longneck-Flasche abgefüllt. Der Kronkorken trägt das Logo des Bieres, in unserem Fall also einen Blitz. Dieser findet sich auch auf dem Halsetikett der Flasche wieder. Insgesamt folgt die Flasche dem Corporate Design von Crew Republic.

Im Glas ist es orange-braun mit viel getönten Schaum, der sich etwas hält. Die überdurchschnittliche Verperlung ist bei schlechter Beleuchtung nicht sehr gut zu erkennen, da das Bier sehr trüb ist. Bereits jetzt lässt sich eine trockene Bittere vermuten, denn das Bier riecht stark danach. Bei den angegebenen 83 IBU allerdings auch keine Überraschung. Auch eine ganz dezente Alkoholnote ist erkennbar, was mich etwas erstaunt. Ich hatte bei 8,3% Alkohol hier doch etwas mehr erwartet.

Sehr schön gefällt mir, dass sich die Alkoholnote nicht im Geschmack wiederfindet. Nicht so schön hingegen gefällt mir der Antrunk. Zwar ist eine gute Portion Säure vorhanden, allerdings kommt nur sehr wenig Verperlung durch, sodass das Bier nicht sehr frisch wirkt. Das gleiche hatte ich ja auch schon beim Drunken Sailor beobachtet. Vielleicht gehört das zum Stil von Crew Republic. Sehr schön dagegen finde ich, dass sich der Hopfen schon im Antrunk mit einer schönen Bittere bemerkbar macht. Die zieht sich durch den schmalen, wässrigen Körper durch, um dann in einer lang anhaltenden, erwarteten, trockenen Bittere zu enden. Dafür, dass ich Simcoe und Amarillo eigentlich gar nicht so mag, bin ich doch sehr begeistert. Die beiden Hopfen mit ihren für mich recht gewöhnungsbedürftigen Aromen sind hier zusammen mit Columbus und Chinook zu einer sehr ansprechenden Kombination verwoben, die ich sehr gelungen finde.

Fazit: Trotz gefürchteter Hopfensorten und viel Alkohol haben die Münchener hier ein leckeres Double IPA gezaubert. Einzig der etwas wässrige Körper dämpft mein Urteil, wenn auch nur geringfügig.

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Adventskalender 2015 - Brasserie De La Senne Brusseleir

Adventskalender 17 – Brasserie de la Senne Brusseleir

Neue Flasche, neues Glück. Nach dem enttäuschenden Bier aus dem vorhergehenden Päckchen hoffe ich heute auf eine bessere Erfahrung. Schon die Flasche weckt Vorfreude. Eine 0,33l NRW-Flasche mit spacig gestaltetem Etikett. Dort fliegt ein Mensch im Raumanzug und umgeschnallten Jetpack, ausgestreckter Superman-Faust neben einigen Raketen Richtung Weltall. Lustiges Detail: Aus seiner Rakete kommt ein Zapfhahn, den er in der Hand hält. Das Brusseleir Zwët IPA von der Brasserie de la Senne ist wohl Raketentreibstoff. Die 8% Alkohol sind allerdings noch etwas entfernt von brennbaren Flüssigkeiten. Noch ein interessanter Fakt über die Brauerei: Sie ist im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gelegen, der in den Tagen nach den Anschlägen von Paris zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt ist.

Brasserie De La Senne - BrusseleirDas Zwët IPA lässt sich nach meiner Recherche mit Schwarzem IPA übersetzen. Und so passt auch das Bild, dass sich im Glas bietet. Tiefes Schwarz, obenauf gekrönt von einer immensen, getönten Schaumkrone aus feinem Schaum. Das erinnert schon stark an Guinness mit Stickstoff. Aber hier und da haben sich auch ein paar mittelgrobe Blasen in den Schaum geschummelt. Das stört aber den Anblick nicht.

Der Geruch ist wenig überraschend. Ich erkenne Röstaroma mit brotigen Noten sowie einer starken Alkoholnote, die schon fast aufdringlich ist, denn sie erinnert mich eher an Grappa als an Bier. Geschmacklich ist das Bier glücklicherweise nicht so alkoholdominiert. Der Antrunk ist dank angenehm üppiger Säure und leichter Verperlung erfrischend. Auch der schmale Körper mit der öligen Textur passt eher zu einem IPA als zu einem Stout und hat erstaunlich wenige Aromen. Das Röstaroma und die getreidige Süße muss man hier fast schon suchen, denn sie entwickeln sich erst im Abgang, dann aber in Kombination mit einer angenehmen, trockenen Bittere, die dem Bier dann die Berechtigung gibt, ein IPA zu sein. Zwar kommen hier nicht die üblichen Verdächtigen wie Cascade oder Citra zu Einsatz, aber das würde auch nicht zum Gesamtbild passen. Stattdessen schmeckt man eine leichte Kräuternote, gepaart mit Toffee und ganz dezentem Nussaroma.

Dafür, dass ich eigentlich nur ab und an mal ein Stout trinken kann, bin ich von diesem Black IPA restlos begeistert. Und um noch einmal auf die Herkunft des Bieres zurückzukommen: ein Stadtteil, in dem solch gutes Bier gebraut wird, kann nicht so schlecht sein, wie er in manchen Medien dargestellt wurde. Das ist natürlich nur eine fast vollkommen unbelegbare Meinung von jemandem, der selbst auch kein Experte in belgischer Soziologie ist, aber gerade in der Vorweihnachtszeit sollte man doch den ein oder anderen versöhnlichen Ton anschlagen. Daher: Molenbeek, keep on rocking!

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Adventskalender 2015 - Pyraser Herzblut

Adventskalender 16 – Pyraser Herzblut

Etwas ganz besonderes befindet sich in nächsten Tütchen. Einem großen Tütchen. Denn es muss ein 0,75 l Flasche reinpassen, gefüllt mit dem Pyraser Herzblut Imperial Pale Ale. Ein Bier, dessen Aufmachung sehr auf Exklusivität bedacht ist. Nicht nur, dass es sich um eine ungewöhnlich große Flasche handelt, die wohl an Weinflaschen erinnern soll, die Flasche ist auch noch mit einem bedruckten Korken und goldfarbener Agraffe verschlossen. Auf die Metallkappe wurde der Name des Bieres lithografiert. Und damit noch nicht genug, zusätzlich zu Vorder- und Rückenetikett gibt es auch noch ein kleines Faltblatt, das mit einer schwarzen Kordel um den Hals der Flasche gehängt wurde. Alles sehr aufwändig.

Pyraser - HerzblutVielleicht liest man es schon ein bisschen zwischen den Zeilen, daher hier nun auch ganz offiziell: Ich bin kein Freund von Schnickschnack und Bling Bling. Wenn ich ein leckeres Bier haben will, will ich ein leckeres Bier haben, keine hübsch dekorierte Flasche. Und zu allem Überfluss ist das Herzblut aus dem fränkischen Ort Pyras nicht wirklich lecker.

Es ist bernsteinfarben und klar im Glas und sprudelt munter unter dem feinen, leicht getönten, recht stabilen Schaum vor sich hin. Der Geruch ist eher süßlich und malzig mit einem guten Schwung Alkohol. Denn das Herzblut hat ganze 8,6% vol. aus 18,9° Stammwürze, was, laut angekordeltem Faltblatt, an der Grenze des Machbaren sein soll. Warum das so ist, verstehe ich nicht ganz. Aber wie das mit Marketingsprech so ist, nichts Genaues weiß man nicht. Auch geschmacklich kann mich das Imperial Pale Ale nicht begeistern. Im Antrunk recht frisch durch eine gute Portion Säure, ist schon im Körper wieder Ebbe. Da kommt zwar breit Malz durch, aber ein wirkliches Aroma kann ich nicht erkennen. Stattdessen säuft der Körper nach hinten in einer Alkoholnote ab, die alles weitere überdeckt. Der Abgang ist süßlich-malzig. Von den angeblichen 60 IBU habe ich nichts mitbekommen, weder geschmacklich – 60 IBU lassen auf eine Menge Hopfen schließen, der bestimmt auch irgendwelche Geschmacksnoten hat – noch in der Bittere.

Nun verhält es sich zu allem Überfluss auch noch so, dass die Flasche zu 14 € das Stück zu haben ist. 14 € für ein Bier, bei dem die Verpackung wohl wichtiger war als der Inhalt. 14 € für ein Bier, welches man guten Gewissens nicht allein trinken sollte. Ich schaffe jedenfalls keine 0,75 l mit 8,6% Alkohol an einem Abend, ohne richtig einen im Tee zu haben. Bestimmt gibt es Leute, die das Bier mögen, denn ich habe viele lobende Rezensionen gelesen. Meinen Geschmack trifft es allerdings überhaupt nicht. Und warum man es Imperial Pale Ale nennt, erschließt sich mir auch nicht. Leider komme ich daher zu einem harschen Fazit: Schade um’s Geld.

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