Adventskalender 4 – Kapuziner Weißbier-Radler

Flasche 4 – ein Radler. Aber nicht mir Pils, sondern mit Weißbier. Und zwar dreht sich heute alles um das Kapuziner Weißbier-Radler. Gebraut wird es im Hause Kulmbacher aus dem Städtchen Kulmbach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Dabei ist die Marke Kapuziner mit 37 Jahren noch gar nicht so alt. Und es handelt sich um eine reine Weißbiermarke. Insgesamt werden ca. 35 Sorten aus vier Marken von der Kulmbacher Gruppe erzeugt, die im Laufe der Jahre durch mehrere Zukäufe integriert wurden. Die Gruppe besteht aus über 25 Tochterfirmen, und laut Wikipedia lag der Umsatz in 2010 bei ca. 200 Mio. Euro. Ich würde daher das vor mir stehende Bier als Industriebier einordnen. Dazu nun einige Details.

Ich gehe davon aus, dass das Kapuziner Weißbier-Radler zur Hälfte aus Kapuziner Weißbier besteht. Dieses wird mit 12,5% Stammwürze zu einem obergärigen Weizen mit 5,4% vol. Alkohol gebraut. Dabei kommen sowohl Weizen- als auch Gerstenmalz, Hopfen und Hopfenextrakt zum Einsatz. Anschließend wird es mit einer Limonade gemischt, die nur 3% Zitronensaft enthält, dazu noch natürliches Zitronenaroma und andere natürliche Aromen. Das sagt mir als Freund der handwerklichen Lebensmittelherstellung nicht wirklich zu. Mal sehen, was die Kulmbacher aus diesen Zutaten gezaubert bekommen.

Kapuziner Weißbier RadlerAlso, Flasche auf und ab ins Glas. Man wird direkt von der radleruntypischen Farbe in seinen Bann gezogen. Nicht hellgelb, sondern ein sehr dunkles gelb strahlt aus dem Glas. Das ganze dann noch mit den ungefilterten Inhaltsstoffen eines Weizenbiers. Der fast schon feine Schaum, dessen Geruch mich stark an Spülmittel mit Zitronenduft erinnert, vergeht glücklicherweise sehr schnell und macht Platz für den tatsächlichen Duft des Radlers. Es riecht nun angenehm zitronig und nach kurzer Zeit kann man auch den weizentypischen Geruch ausmachen.

Geschmacklich ist das Kapuziner Weißbier-Radler im Antrunk etwas undefinierbar. Ich kann nichts herausschmecken. Es hat zwar die Textur eines Weißbiers, aber nicht den passenden Geschmack. Im Körper ist es dann sehr zitronenig und insgesamt breiter als ein Radler mit Pils. Im Abgang kommt es eher wie ein Weißbier daher, allerdings sehr dezent. Es hat nicht die übliche Schwere eines Weißbiers, sondern profitiert durch die fruchtige Verdünnung. Insgesamt sehr ausgewogen. Zitronig sauer, anfänglich radlertypisch erfrischend, nicht bitter, aber durch die Süße der Limonade und des Weizens auch nicht ganz süffig. Es bleibt ein eher vollwertiger Eindruck, der durch den sparsamen Einsatz von Kohlensäure unterstützt wird.

Alles in allem schmeckt es nicht schlecht. Leider werde ich den Eindruck nicht los, dass dies lediglich auf den Einsatz von welchen Aromen auch immer zurückzuführen ist. Außerdem kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein normalerweise schweres Weißbier durch die Zugabe von Zitronenlimonade ein spritzig-frisches Radler werden soll. Es ist zwar spritzig, aber dennoch schwer, also weder Hü noch Hott.

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