Adventskalender 5 – Pinkus Special

Jeden Tag ein Bier wäre noch in Ordnung. Aber jeden Tag eines fotografieren, Bild entwickeln, Bier probieren, notieren, bewerten, Hintergrund recherchieren und dann darüber schreiben ist schon ein bisschen mühsamer. Dass ich mit dem Bieradventskalender ins Hintertreffen gerate, war also nur eine Frage der Zeit. Und so ist es nun. Nichtsdestotrotz begebe ich mich heute wieder an die nächste Flasche.

Pinkus SpecialIn einer NRW-Flsche steht das Pinkus Special vor mir. Ich denke, es handelt sich um ein Pils, gebraut aus biologischen Zutaten, welches es auf einen Alkoholgehalt von 5,1% vol. bringt. Auf der Flasche wird es als naturtrüb und ungefiltert beschrieben, und so zeigt es sich auch im Glas. Strohgelb, naturtrüb, aber ohne erkennbare Schwebteilchen, mit sprudelnder Kohlensäure. Ich habe auch schon trübere Erzeugnisse gesehen. Laut Hersteller geht die (relative) Klarheit des Bieres auf die dreimonatige Lagerung zurück. Gebraut wird das Pinkus Special übrigens von der Brauerei Pinkus aus Münster, einer kleinen Brauerei im Familienbesitz mit angeschlossener Gaststätte. Die Brauerei blickt auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück und hat mittlerweile 10 Sorten im Angebot, prdoziert pro Jahr ca. 20.000 Hektoliter. Laut Wikipedia ist Pinkus die letzte von 150 Münsteraner Altbierbrauereien und die letzte Mälzerei in Münster. Familienbetrieb mit eigener Mälzerei, das schraubt die Erwartungen sehr hoch.

Leider kann das Pinkus Special diese Erwartungen nicht erfüllen. Die hellgelbe Flüssigkeit mit der schönen, feinporigen Schaumkrone sprudelt lustig vor sich hin. Aber schon der Geruch enttäuscht. Es riecht recht hopfig und ein wenig süßlich nach Malz. Sekundäraroma gibt es fast keines, nur das Malz ist noch unterschwellig erkennbar. Im Antrunk ist es sehr sauer, zusammen mit der Kohlensäure macht es einen spritzigen Eindruck. Aber der Körper holt einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn er ist fast nicht vorhanden. Erst im Abgang gibt es dann wieder ein schönes, für Pils eher starkes Hopfenaroma. Insgesamt also nicht von der Hand zu weisen, aber für mich, der dem Pils etwas skeptisch gegenübersteht, nicht unbedingt das Bier der Wahl.

Zugestehen muss man dem Pinkus, dass es auf den ersten Schluck enttäuscht, nach hinten raus aber besser wird. Ich vermute, das dies auch damit zusammenhängt, dass das zweite Glas wesentlich trüber war als das erste, und somit die Ablagerungen in der Flasche noch mal etwas wett gemacht haben. Der Körper wird dadurch minimal süßer, bleibt trotzdem recht schmal. Also der Hinweis für Genießer des Pinkus Special: Den Bodensatz vor dem ersten Glas aufschütteln.

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