Adventskalender 6 – Bergisches Landbier

Ein Landbier hatte sich heute im Adventskalender versteckt. Und zwar das Bergische Landbier der Erzquell Brauerei. Die Erzquell Brauerei besteht aus zwei relativ eigenständigen Brauereien, der gerade genannten Erzquell Brauerei Bielstein und der Erzquell Brauerei Siegtal. Insgesamt sind an beiden Standorten weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt, die 10 Sorten produzieren. In Bielstein liegt der Fokus auf der Marke Zunft Kölsch, in Mudersbach, dem Standort der Brauerei Siegtal, werden die unter dem Label Erzquell vermarkteten Biere hergestellt.

Bergisches LandbierDas Bergische Landbier stammt, wie der Name es vermuten lässt, aus der Erzquell Brauerei Bielstein im Bergischen Land. Es handelt sich um ein obergäriges Landbier, welches mit Gerstenmalz und Hopfenextrakt gebraucht wurde. Laut dem recht rustikalen Etikett auf der NRW-Flasche kommt das Landbier auf 4,8% vol. Alkohol. Es hat eine tief braune Farbe, ist aber klar, vermutlich gefiltert. Der grobe Schaum bildet keine schöne Krone und vergeht sehr schnell. Er gibt dadurch den Weg frei für die olfaktorische Bewertung. Primär erkennt man klar den Hopfen, der allerdings eher herb daherkommt, neben einer leicht süßlichen Note. Erst sekundär kommt ein malziges Aroma zum Vorschein. Das hatte ich auf Grund der dunklen Farbe allerdings früher und kräftiger erwartet. Außerdem ist sekundär Säure stark wahrnehmbar.

Geschmacklich sagt mir das Landbier nicht besonders zu. Es ist im Antrunk, passend zum Geruch, sehr sauer. Zusammen mit dem durchschnittlichen Einsatz von Kohlensäure könnte man es so gerade noch erfrischend nennen, an der Grenze zum unangenehm sauren. Das setzt sich dann im schwachen Körper weiter fort. Dieser hat so wenig Aroma, dass mir keine Assoziation einfallen mag, um ihn zu beschreiben. Erst im Abgang kommt es noch mal kräftiger. Leider nur sehr herb und etwas bitter. Nach dem Rollen muss ich gelegentlich an Branntwein denken. Außerdem scheint das Wasser sehr eisenhaltig zu sein, denn dies war die erste Assoziation, die mir im Abgang durch den Kopf schoss. Malzige Röstaromen hingegen kann ich erst erkennen, nachdem das Bier längere Zeit im Glas gestanden hat.

Mit dem Begriff Landbier werden ja Biere bezeichnet, die nicht im Premium-Sektor angesiedelt werden und/oder eher eine lokale Bedeutung haben. Also robuste Gebräue für einen beschränkten Kundenkreis ohne exklusive Zutaten. Das Bergische Landbier scheint mir allerdings eher am unteren Ende der Qualitätsskala angesiedelt zu sein. Lediglich Hopfenextrakt wird verwendet, Hopfen kommt im Brauprozess gar nicht mehr zum Einsatz. Geschmacklich passt es in den Reigen der Erzquell-Erzeugnisse, die allesamt sehr herb daherkommen und auch den recht starken Eisengeschmack haben. Ob das im Bergischen Land eine lokale Note ist, weiß ich aber nicht. Mir mundet es jedenfalls nicht.

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