Wieckse Rosé

Eine Freundin hatte vor einiger Zeit mal ein Bier in Belgien gesehen, dessen Namen sie ausgesprochen lustig fand. Denn das gute Bier heißt Wieckse Rosé. Und der Name passt prima zu ihrem Humor. Als ich dann mit meinem Bieradventskalender begann, erzählte sie mir von diesem lustigen belgischen Bier, und als sie vor einigen Tagen dienstlich in Delft war, brachte sie mir auch gleich eine 0,25l Flasche des netten Getränks mit. Nun muss ich dazu sagen, dass ich bisher noch keinen bewussten Kontakt zu belgischem Bier hatte. Vielmehr beschränkt sich mein Wissen über belgisches Bier darauf, dass dort nahezu alles in die Flasche wandert, was irgendwie in den Braukessel passt. Daher war ich dem (oder sagt man tatsächlich der?) Wieckse gegenüber etwas skeptisch eingestellt.

Wieckse RoséHeute habe ich dann mal die Zeit gefunden, mich dem Inhalt dieser interessanten Flasche zu nähern. Im Glas zeigt sich das fruchtige Witbier mit seinen 4% als dunkelrotes Bier mit wenig feinem rosa Schaum, der schnell vergeht. Direkt wird man von diesem fruchtigen Aroma umströmt, dass ich lange Zeit nicht einordnen konnte. Irgendwann dann fiel mir ein, woran mich der fruchtig-beerige, süße, irgendwie künstliche Geruch erinnerte, nämlich an den Himbeersirup. Natreen Himbeersirup von Großmuttern. Seit gefühlten 50 Jahren nicht mehr getrunken oder gerochen, warum das Bild zum Geruch wohl auch einige Zeit gebraucht hat, um aus den hinterletzten Hirnwindungen ins Bewusstsein vorzudringen.

Geschmacklich ist das Bier aus der niedlichen Flasche allerdings nicht mit Himbeersirup zu vergleichen. Es hat zwar eine fruchtige Note, ist aber stark sauer mit einer leichten Süße, hat eine metallische Note und hinterlässt durch die wenige Kohlensäure einen irgendwie klebrigen Eindruck. Im Nachgang dann kommt eine sehr leichte Bittere zum Vorschein, die allerdings durch Getreidenoten überlagert wird. Instinktiv sucht meine Zunge nach den Weizenkörnern aus kinder Country.

Alles in allem ein interessantes Bier, wenn es auch nicht meinen Geschmack trifft. Ich mag Bier zwar ab und an schon mal gern fruchtig, aber irgendwie werde ich hier den Eindruck von künstlichem Aroma nicht los. Und bisher bin ich bestimmt nicht durch übermäßigen Genuss von Himbeersirup aufgefallen. Genießbar, aber durchaus entbehrlich.

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