Adventskalender 4 – Brauhaus Gusswerk Nicobar

Hinter dem dritten Türchen befand sich ein alter Bekannter, nämlich der Aufwind von Propeller. Dieses IPA hatte ich schon vor einiger Zeit im Glas und auch hier im Blog mit einem Eintrag gewürdigt. Daher habe ich mir eine Wiederholung gespart und einfach mal ein Bier getrunken, ohne darüber zu schreiben. Ist auch mal ganz entspannend.

Tür 4 hatte dann aber wieder etwas Neues zu bieten. Dort versteckte sich mein erstes Bier aus Österreich, das Nicobar vom Brauhaus Gusswerk. Das Brauhaus Gusswerk gehört auch (wie kürzlich schon Thornbridge) zu den jüngeren Vertretern der Bierbranche. Erst 2007 gegründet, leitet sich der Name vom Ort der Brauerei ab, denn sie steht auf dem Gelände einer ehemaligen Glockengießerei bei Salzburg. Alle Biere tragen das europäische Biosiegel und die verwendeten Zutaten stammen ausschließlich aus Österreich. Namensgeber für das IPA Nicobar ist eine Inselgruppe, die Nikobaren. Denn dorthin war eine Schiffsexpedition unterwegs, um Bier zu Österreichs einziger Kolonie im indischen Ozean zu liefern. So schreibt es zumindest der Hersteller. So passt dann auch das im Stil einer alten Karte gestaltete Etikett. Und natürlich darf der österreichische Bundesadler nicht fehlen, der für alle Etiketten Motiv oder zumindest Beiwerk darstellt. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut und lässt auf liebevoll hergestelltes Bier hoffen. Auch der Umstand, dass die Brauerei pro Monat nur ca. 300hl Bier produziert, lässt auch ehrliches Brauhandwerk hoffen.

Gusswerk NicobarAlso ran an den Inhalt der 0,33l Longneck-Flasche. Der Farbton ist ein dunkles Bernstein, was mich eher an ein Amber Ale als an ein Pale Ale denken lässt. Aber die Farbe scheint ja bei einigen IPAs nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Der feine Schaum ist dementsprechend getönt. Das Bier ist trüb und leicht sprudelig. Es hat eine würzig-bittere Geruchsnote.

Der Antrunk ist verhalten rezent. Die Verperlung ist nicht übermäßig, dafür sorgt eine leichte Säure für Frische. Einen Körper scheint das Bier nicht zu haben, denn direkt nach dem Antrunk kommt eine leichte Alkoholnote in den Vordergrund, die in würzig-bitterem Grapefruitaroma im Abgang endet. Die 6,5% Alkohol aus 14,8° P machen hier tatsächlich mächtig auf dicke Hose. Dafür kommen die 56 IBU für meinen Geschmack nicht voll zur Geltung. Etwas weniger von der für mich sehr ungewohnten und auch wenig begeisternden Alkohol-Grapefruit-Note hätte da sicherlich geholfen. Aber da sind wir ja schon wieder im Bereich des persönlichen Geschmacks. Nichtsdestotrotz eine interessante Komposition, die ich irgendwie nicht wirklich schlecht finden kann, auch wenn sie meinen Geschmack nicht trifft. Probiert es am besten einfach selbst :)

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