Adventskalender 10 – Rouge Yellow Snow IPA

Yellow Snow erweckt bei mir eine Assoziation, die ich mit Getränken erst in Verbindung bringen möchte, wenn sie meinen Körper bereits wieder verlassen haben. So negativ dieser erste Gedanke ausfällt, desto besser der zweite. Denn das Bier steckt in einer Flasche mit einem echt coolen Design. Ein rot gekleideter Typ mit Schutzbrille und einem eher gefährlich aussehenden Hund im Arm reckt die Faust nach oben. Zusammen mit dem roten Stern im Schriftzug erinnert mich das etwas an Darstellungen von Kommunisten aus der Zeit des kalten Kriegs. Dazu passt auch der kleine Spruch Together We Can Do It. Schaut man sich auf der Website der 1988 gegründeten Brauerei aus Newport, Oregon, etwas um, fällt auf, dass diese Thema das komplette Design der Marke Rouge bestimmt. Alle Erzeugnisse der Brauerei sind im kommunistischen Kampfdesign gehalten, und das sind nicht wenige, denn die Brauerei stellt neben Bier auch Spirits her, also Whiskey, Vodka, Gin etc. Entweder ist man dort extrem experimentierfreudig und hat ein wirklich gutes Händchen für Getränke aller Art, oder man weiß schlicht nicht, was man kann und versucht daher alles, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Da es die Brauerei bereits seit fast 30 Jahren gibt, nehme ich an, dass man dort ein gutes Händchen hat. Andernfalls wäre man auf dem umkämpften amerikanischen Markt wohl schon verschwunden.

Rouge - Yellow Snow IPAAlso wollen wir uns das hoffentlich vortreffliche Erzeugnis in der 650! ml Flasche mal vornehmen. Das Bier ist klar, leicht sprudelig und erinnert farblich wie die meisten American IPAs an Bernstein. Laut Etikett hat das Bier 14° auf der Lovibond-Skala, die mir bisher völlig unbekannt war. Der Schaum ist leicht getönt, mittelgrob und massiv. Er hält auch recht lang an. Man erschnüffelt fruchtige Noten von Beeren, aber auch eine Alkoholnote ist vorhanden. Das verwundert mich etwas, denn das Bier enthält “nur” 6,6 % Alkohol aus 16° Stammwürze.

Auch geschmacklich gibt das IPA einige Rätsel auf. Es riecht nach Alkohol, hatte aber nur 16° Plato und ist dabei auch noch süß. Denn rezent ist der Antrunk nicht. Es fehlt Säure und auch die Spundung ist nicht sehr üppig. Dafür starten direkt die beerigen Noten des Hopfens mit einer angenehmen Bittere durch. Der Körper fällt durch die ölige Textur auf, die gepaart mit den kräftigen Kräuteraromen den geschmacklichen Fokus zumindest kurzzeitig vom Hopfen weg lenkt. Aber bereits nach kurzer Zeit tritt der Hopfen wieder in den Vordergrund, wenn auch nicht sehr präsent. Dafür, dass das Bier 82 IBU haben soll, fällt es für meine Begriffe erstaunlich wenig bitter aus. Aber vielleicht ist das auch der öligen Textur geschuldet, die eventuell das Mundgefühl einer trockenen Bittere verhindert. Was mir in diesem Zusammenhang die Angabe von 81% AA (Alpha Acid) sagen soll, konnte ich noch nicht herausfinden.

Fazit: Ein recht süßes, unerwartet unbitteres, leckeres, wenn auch nicht herausragendes IPA mit Aromen von Beeren und Kräutern. Aber zumindest das Flaschendesign ist herausragend.

Was schreiben die Anderen: Nix!

Submit a comment