Adventskalender 16 – Pyraser Herzblut

Etwas ganz besonderes befindet sich in nächsten Tütchen. Einem großen Tütchen. Denn es muss ein 0,75 l Flasche reinpassen, gefüllt mit dem Pyraser Herzblut Imperial Pale Ale. Ein Bier, dessen Aufmachung sehr auf Exklusivität bedacht ist. Nicht nur, dass es sich um eine ungewöhnlich große Flasche handelt, die wohl an Weinflaschen erinnern soll, die Flasche ist auch noch mit einem bedruckten Korken und goldfarbener Agraffe verschlossen. Auf die Metallkappe wurde der Name des Bieres lithografiert. Und damit noch nicht genug, zusätzlich zu Vorder- und Rückenetikett gibt es auch noch ein kleines Faltblatt, das mit einer schwarzen Kordel um den Hals der Flasche gehängt wurde. Alles sehr aufwändig.

Pyraser - HerzblutVielleicht liest man es schon ein bisschen zwischen den Zeilen, daher hier nun auch ganz offiziell: Ich bin kein Freund von Schnickschnack und Bling Bling. Wenn ich ein leckeres Bier haben will, will ich ein leckeres Bier haben, keine hübsch dekorierte Flasche. Und zu allem Überfluss ist das Herzblut aus dem fränkischen Ort Pyras nicht wirklich lecker.

Es ist bernsteinfarben und klar im Glas und sprudelt munter unter dem feinen, leicht getönten, recht stabilen Schaum vor sich hin. Der Geruch ist eher süßlich und malzig mit einem guten Schwung Alkohol. Denn das Herzblut hat ganze 8,6% vol. aus 18,9° Stammwürze, was, laut angekordeltem Faltblatt, an der Grenze des Machbaren sein soll. Warum das so ist, verstehe ich nicht ganz. Aber wie das mit Marketingsprech so ist, nichts Genaues weiß man nicht. Auch geschmacklich kann mich das Imperial Pale Ale nicht begeistern. Im Antrunk recht frisch durch eine gute Portion Säure, ist schon im Körper wieder Ebbe. Da kommt zwar breit Malz durch, aber ein wirkliches Aroma kann ich nicht erkennen. Stattdessen säuft der Körper nach hinten in einer Alkoholnote ab, die alles weitere überdeckt. Der Abgang ist süßlich-malzig. Von den angeblichen 60 IBU habe ich nichts mitbekommen, weder geschmacklich – 60 IBU lassen auf eine Menge Hopfen schließen, der bestimmt auch irgendwelche Geschmacksnoten hat – noch in der Bittere.

Nun verhält es sich zu allem Überfluss auch noch so, dass die Flasche zu 14 € das Stück zu haben ist. 14 € für ein Bier, bei dem die Verpackung wohl wichtiger war als der Inhalt. 14 € für ein Bier, welches man guten Gewissens nicht allein trinken sollte. Ich schaffe jedenfalls keine 0,75 l mit 8,6% Alkohol an einem Abend, ohne richtig einen im Tee zu haben. Bestimmt gibt es Leute, die das Bier mögen, denn ich habe viele lobende Rezensionen gelesen. Meinen Geschmack trifft es allerdings überhaupt nicht. Und warum man es Imperial Pale Ale nennt, erschließt sich mir auch nicht. Leider komme ich daher zu einem harschen Fazit: Schade um’s Geld.

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