Adventskalender 14 – Brewdog Punk IPA

Ich bin mir echt nicht sicher, was mit meinen Geschmacksknospen los ist. Flasche 14 (ja, es gibt Löcher im Kalender, aus Gründen) ist wieder ein IPA der schottischen Brauerei Brewdog. Das Punk IPA hatte ich neulich im Hamburg schon mal getrunken. Dort schmeckte es zwar nicht hervorragend, allerdings habe ich auch keine überaus negative Bewertung geschrieben. Umso erstaunter bin ich nun, dass mir die aktuelle 0,33 l Flasche so gar nicht zusagen will. Ich fühle mich viel mehr an das letzte Brewdog-Desaster erinnert, als ich das Dead Pony Club nach wenigen Schlucken entsorgen musste. Damals dachte ich ja noch, die Flasche wäre vielleicht irgendwie schlecht, umgekippt, was weiß ich. Aber der Geschmack des Punk IPA geht auch schon wieder in diese Richtung. Entweder sind also mehrere Flaschen von Brewdog schlecht (vielleicht haben sie die lange Reise von Schottland nach Hamburg und dann in die westfälische Provinz nicht überstanden) oder meine Geschmacksknospen haben sich seit Hamburg soweit verändert, dass ich die Biere komplett anders bewerte.

Brewdog - Punk IPAInteressant ist hierbei auch, dass sich mein Bier fundamental von dem Bier anderer Leute, die Punk IPA getrunken haben, unterscheidet. Auf bierbasis.de lese ich von bernsteinfarbenem Bier, andere sagen, ihres wäre orange. Wenn ich mir mein Glas so anschaue, fällt mir da eher fahlgelb ein. Auf ratebeer.com sind dann auch verschiedene Versionen des Punk IPA aufgelistet, einmal mit 6% Alkohol, einmal mit 5,6% wie das meine, und dann gibt es noch ein Punk IPA Speyside. Wie auch immer. Ich habe die 5,6%-Version mit dem vertikalen Schriftzug.

Also kurz zum nicht ganz so leckeren Bier: Das Bier ist fahlgelb, bildet mittelgroben, weißen Schaum aus, der nicht sehr stabil ist. Es riecht nach Mango und Kräutern. Im Antrunk wegen fehlender Verperlung wenig rezent, eine gute Säure rettet, was noch zu retten ist. Der Körper schmeckt bei wässriger Textur undefinierbar (ob das wohl Pinie ist, wie viele andere schreiben?), im Nachgang wird es etwas bitter. Die 35 IBU können halt nix reißen.

Was soll ich abschließend dazu sagen? Ich glaube, ich habe ein Problem mit Simcoe-Hopfen. Aber das ist nur eine Vermutung. Ich werde das weiter verfolgen.

Was sagen die Anderen:

Adventskalender 10 – Rouge Yellow Snow IPA

Yellow Snow erweckt bei mir eine Assoziation, die ich mit Getränken erst in Verbindung bringen möchte, wenn sie meinen Körper bereits wieder verlassen haben. So negativ dieser erste Gedanke ausfällt, desto besser der zweite. Denn das Bier steckt in einer Flasche mit einem echt coolen Design. Ein rot gekleideter Typ mit Schutzbrille und einem eher gefährlich aussehenden Hund im Arm reckt die Faust nach oben. Zusammen mit dem roten Stern im Schriftzug erinnert mich das etwas an Darstellungen von Kommunisten aus der Zeit des kalten Kriegs. Dazu passt auch der kleine Spruch Together We Can Do It. Schaut man sich auf der Website der 1988 gegründeten Brauerei aus Newport, Oregon, etwas um, fällt auf, dass diese Thema das komplette Design der Marke Rouge bestimmt. Alle Erzeugnisse der Brauerei sind im kommunistischen Kampfdesign gehalten, und das sind nicht wenige, denn die Brauerei stellt neben Bier auch Spirits her, also Whiskey, Vodka, Gin etc. Entweder ist man dort extrem experimentierfreudig und hat ein wirklich gutes Händchen für Getränke aller Art, oder man weiß schlicht nicht, was man kann und versucht daher alles, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Da es die Brauerei bereits seit fast 30 Jahren gibt, nehme ich an, dass man dort ein gutes Händchen hat. Andernfalls wäre man auf dem umkämpften amerikanischen Markt wohl schon verschwunden.

Rouge - Yellow Snow IPAAlso wollen wir uns das hoffentlich vortreffliche Erzeugnis in der 650! ml Flasche mal vornehmen. Das Bier ist klar, leicht sprudelig und erinnert farblich wie die meisten American IPAs an Bernstein. Laut Etikett hat das Bier 14° auf der Lovibond-Skala, die mir bisher völlig unbekannt war. Der Schaum ist leicht getönt, mittelgrob und massiv. Er hält auch recht lang an. Man erschnüffelt fruchtige Noten von Beeren, aber auch eine Alkoholnote ist vorhanden. Das verwundert mich etwas, denn das Bier enthält “nur” 6,6 % Alkohol aus 16° Stammwürze.

Auch geschmacklich gibt das IPA einige Rätsel auf. Es riecht nach Alkohol, hatte aber nur 16° Plato und ist dabei auch noch süß. Denn rezent ist der Antrunk nicht. Es fehlt Säure und auch die Spundung ist nicht sehr üppig. Dafür starten direkt die beerigen Noten des Hopfens mit einer angenehmen Bittere durch. Der Körper fällt durch die ölige Textur auf, die gepaart mit den kräftigen Kräuteraromen den geschmacklichen Fokus zumindest kurzzeitig vom Hopfen weg lenkt. Aber bereits nach kurzer Zeit tritt der Hopfen wieder in den Vordergrund, wenn auch nicht sehr präsent. Dafür, dass das Bier 82 IBU haben soll, fällt es für meine Begriffe erstaunlich wenig bitter aus. Aber vielleicht ist das auch der öligen Textur geschuldet, die eventuell das Mundgefühl einer trockenen Bittere verhindert. Was mir in diesem Zusammenhang die Angabe von 81% AA (Alpha Acid) sagen soll, konnte ich noch nicht herausfinden.

Fazit: Ein recht süßes, unerwartet unbitteres, leckeres, wenn auch nicht herausragendes IPA mit Aromen von Beeren und Kräutern. Aber zumindest das Flaschendesign ist herausragend.

Was schreiben die Anderen: Nix!

Adventskalender 9 – Riedenburger Dolden Summer Sud

Flasche 9 hält eine jahreszeitliches Paradoxon bereit. In der Verpackung befindet sich nämlich eine Flasche Dolden Summer Sud vom Riedenburger Brauhaus. Das hatte ich bereits im Sommer versucht zu bekommen, es aber bei den einschlägigen Läden nicht gefunden. Und nun ist es passend zum sonnigen Winterwetter im Adventskalender.

Riedenburger Brauhaus - Dolden Summer SudDer Dolden Summer Sud ist ein Bavarian Summer Ale (was auch immer man davon zu erwarten hat). Er kommt in der 0,33l Longneck-Flasche. Im Glas erinnert er mit seiner fahlgelben Farbe an ein Pale Ale. Der schneeweiße, mittelgrobe Schaum hält nicht sehr lange an, gibt dann aber Raum für die leicht fruchtige Note des Mandarina Bavaria. Die ebenfalls verwendeten Hopfensorten Smaragd, Cascade und Spalter Select kann ich mit der Nase nicht ausmachen.

Der Antrunk fällt frisch aus. Im Glas ist das Summer Ale zwar eher einer der stilleren Vertreter, aber durch die angenehme Säure hat es doch einen erfrischenden Touch. Der Körper fällt schmal und wässrig aus und macht sofort Platz für die hopfigen Aromen, die sich in einem kurzen, angenehm bitteren Abgang verbinden. Dort schmeckt man etwas kräuterige Noten, aber auch etwas Fruchtiges ist zu erkennen.

Alles in allem ist der Dolden Summer Sud ein leichtes Bier, was sich nicht nur in den 4,2 % Alkohol niederschlägt, sondern auch in der dezenten Komposition der Hopfenaromen.

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 8 – Crew Republic Drunken Sailor

Nach einer kurzen Pause und mit etwas Rückstand habe ich gestern eine neue Flasche aus dem Bieradventskalender geöffnet. Wenig überraschend war es wieder ein IPA :) Dieses mal das Drunken Sailor von der Münchener Brauerei Crew Republik. Zumindest der Name ist wahrscheinlich den meisten schon mal untergekommen, denn das erst 2011 gegründete Unternehmen hat schon einige Preise eingefahren, unter anderem 2015 den European Beer Star in Bronze für das Drunken Sailor.

Crew Republic - Drunken SailorDas Drunken Sailor kommt in einer 0,33l Longneck-Flasche. Das Etikett ist stilsicher mit nautischen Elementen gestaltet. Auf der Rückseite befindet sich ähnlich zum Dolden Sud eine kleine Geschichte über das Drunken Sailor. Außerdem sind die Inhaltsstoffe klar deklariert. So kommen Pilsener, Münchner und Karamellmalz zum Einsatz. Auch mit Hopfen wurde nicht gegeizt. Neben den üblichen Verdächtigen Citra und Cascade wurden auch Simcoe und Herkules verwendet. Das lässt auf eine Fülle an Aromen hoffen.

In’s Glas rinnt eine bernsteinfarbene, trübe Flüssigkeit mit mittlerer Verperlung. Es gibt etwas getönten, mittelgroben Schaum, der nicht lange hält. Auch mit Geruchsnoten hält sich das Bier aus München zurück. Ich erkenne leichte Zitrusnoten und auch ein Eindruck von Mango, insgesamt also erwartet fruchtig, wenn auch eher dezent.

Der Antrunk ist leicht rezent. Eine angenehme Säure gleicht hier die etwas flache Verperlung aus. Die Textur ist eher wässrig. Bei der Anzahl verschiedener Hopfen hatte ich es etwas öliger erwartet. Allerdings passt die Textur gut zum schmalen Körper. Dieser ist bis auf eine leichte Kräuternote nicht wahrnehmbar. Leider bleibt auch der Hopfen geschmacklich sehr im Hintergrund. Im Nachgang ist zwar eine deutlich trockene Bittere zu spüren, von den fruchtigen Aromen bleibt jedoch zu wenig übrig. Auch fällt die Bittere für meinen persönlichen Eindruck nicht so stark aus wie es die angegebenen 58 IBU vermitteln.

Wie lässt sich das Drunken Sailor also beschreiben? Eigentlich ein leckeres IPA, das dezent mit den Aromen spielt. Die 6,4 % Alkohol sind geschmacklich nicht relevant, dafür könnte der Hopfen relevanter sein. Nichtsdestotrotz ein lecker leichtes Bier.

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 7 – Anderson Valley Heelch O’Hops Imperial IPA

Zwischendurch mal ein Schnellbericht, der irgendwie liegen geblieben ist. Flasche 7 beinhaltet das Heelch O’Hops Imperial IPA von der Anderson Valley Brauerei aus Boonville, California. Dort wird in alten deutschen Kupferkesseln gebraut, die die Brauer bei einem Trip to good old germany aus einer alten Brauerei gerettet haben. Das Imperial IPA ist bernsteinfarben, bildet viel leicht getönten Schaum aus, der sich lange hält. Das Bier ist trüb und leicht sprudelig. Es riecht nach Fruchtbonbons und erinnert mich an Campinos (oder war das der Sänger der Toten Hosen und die Bonbons hießen anders?).

Anderson Valley - Heelch O'HopsIm Antrunk rezent, leichte Säure und gute Verperlung. Dann macht sich die Alkoholnote bemerkar, die sich in einer würzigen Caramellnore verliert. Wenig bitter.

Was sagen die Anderen:

Adventskalender 5 – Brewdog Dead Pony Club

Mit Türchen 5 bin ich leider schnell fertig. Denn ich habe das Brewdog Dead Pony vor mir stehen. Kurz ein paar Eigenschaften: Bernsteinfarben, klar, leicht sprudelig mit getöntem, mittelgroben Schaum. Riecht fruchtig, leicht grasig. Der erste Schluck erschreckt. Wässrige Textur, ganz wenig Kohlensäure, leichte Säure, aber frisch kann man das nicht nennen. Eher vergammelt. Hier ist wohl der Name Programm. Wenn ich mir vorstellen müsste, wie vergammeltes Pony schmeckt, habe ich nun eine Vorstellung.

Brewdog - Dead PonyDieses Bier wird das erste sein, dass ich nicht trinke. Ich habe einige Schlucke versucht, aber es wird nicht besser, sondern bleibt echt eklig. Wenn ich mich im Internet umschaue, drängt sich mir aber der Eindruck auf, dass meine Flasche wohl einfach schlecht ist.

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 4 – Brauhaus Gusswerk Nicobar

Hinter dem dritten Türchen befand sich ein alter Bekannter, nämlich der Aufwind von Propeller. Dieses IPA hatte ich schon vor einiger Zeit im Glas und auch hier im Blog mit einem Eintrag gewürdigt. Daher habe ich mir eine Wiederholung gespart und einfach mal ein Bier getrunken, ohne darüber zu schreiben. Ist auch mal ganz entspannend.

Tür 4 hatte dann aber wieder etwas Neues zu bieten. Dort versteckte sich mein erstes Bier aus Österreich, das Nicobar vom Brauhaus Gusswerk. Das Brauhaus Gusswerk gehört auch (wie kürzlich schon Thornbridge) zu den jüngeren Vertretern der Bierbranche. Erst 2007 gegründet, leitet sich der Name vom Ort der Brauerei ab, denn sie steht auf dem Gelände einer ehemaligen Glockengießerei bei Salzburg. Alle Biere tragen das europäische Biosiegel und die verwendeten Zutaten stammen ausschließlich aus Österreich. Namensgeber für das IPA Nicobar ist eine Inselgruppe, die Nikobaren. Denn dorthin war eine Schiffsexpedition unterwegs, um Bier zu Österreichs einziger Kolonie im indischen Ozean zu liefern. So schreibt es zumindest der Hersteller. So passt dann auch das im Stil einer alten Karte gestaltete Etikett. Und natürlich darf der österreichische Bundesadler nicht fehlen, der für alle Etiketten Motiv oder zumindest Beiwerk darstellt. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut und lässt auf liebevoll hergestelltes Bier hoffen. Auch der Umstand, dass die Brauerei pro Monat nur ca. 300hl Bier produziert, lässt auch ehrliches Brauhandwerk hoffen.

Gusswerk NicobarAlso ran an den Inhalt der 0,33l Longneck-Flasche. Der Farbton ist ein dunkles Bernstein, was mich eher an ein Amber Ale als an ein Pale Ale denken lässt. Aber die Farbe scheint ja bei einigen IPAs nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Der feine Schaum ist dementsprechend getönt. Das Bier ist trüb und leicht sprudelig. Es hat eine würzig-bittere Geruchsnote.

Der Antrunk ist verhalten rezent. Die Verperlung ist nicht übermäßig, dafür sorgt eine leichte Säure für Frische. Einen Körper scheint das Bier nicht zu haben, denn direkt nach dem Antrunk kommt eine leichte Alkoholnote in den Vordergrund, die in würzig-bitterem Grapefruitaroma im Abgang endet. Die 6,5% Alkohol aus 14,8° P machen hier tatsächlich mächtig auf dicke Hose. Dafür kommen die 56 IBU für meinen Geschmack nicht voll zur Geltung. Etwas weniger von der für mich sehr ungewohnten und auch wenig begeisternden Alkohol-Grapefruit-Note hätte da sicherlich geholfen. Aber da sind wir ja schon wieder im Bereich des persönlichen Geschmacks. Nichtsdestotrotz eine interessante Komposition, die ich irgendwie nicht wirklich schlecht finden kann, auch wenn sie meinen Geschmack nicht trifft. Probiert es am besten einfach selbst :)

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 2 – Thornbridge Jaipur

Der zweite Tag, die zweite Flasche. Dieses Jahr scheint sich der Adventskalender eindeutig abseits des Mainstream zu bewegen. Denn heute ist kein Krombacher oder König Pilsener im Kalender, sondern ein Thornbridge Jaipur. Dieses IPA von der britischen Insel wird von der mit 10 Jahren recht jungen Thornbridge Brewery hergestellt. Und die hat es in sich. Seit 2005 haben die Biere mehr als 350 Preise gewonnen, darunter auch eine Silbermedaille des Great British Beer Festivals in der Kategorie Strong Ales. Dabei ist es mit 5,9% Alkohol gar nicht übermäßig strong. Allerdings wird es in der 0,5l Longneck-Flasche geliefert, sodass es auf 3 UK-Units kommt.

Das Etikett ist mit Innovation, Passion und Knowledge überschrieben. Und ich kann jetzt schon verraten, dass das in diesem Fall kein leeres Marketinggeschwätz ist. Denn zumindest die Passion schmeckt man deutlich heraus. Und die Innovationskraft erkennt man an den aktuell 14 Biersorten, die die Brauerei im Angebot hat. Was es allerdings mit dem Namen sowie der Statue auf dem Etikett auf sich hat, konnte ich nicht herausfinden.

Thornbridge JaipurIm Glas zeigt sich ein sprudeliges Pale Ale, also ein eher bleiches gelb. Es bildet überdurchschnittlich viel weißen, mittelgroben Schaum aus, der recht stabil ist. De Geruch ist angenehm fruchtig mit erkennbarer Citrusnote. Aber auch andere Fruchtnoten sind erkennbar, jedoch fehlen mir Assoziationen dafür. Auf jeden Fall sind es süße Früchte, vielleicht Mango.

Der Antrunk ist sehr erfrischend. Das Jaipur hat eine angenehme, präsente Säure, die kombiniert mit der Kohlensäure und den fruchtigen Noten sommerlich leicht und frisch daherkommt. Der Körper ist fehlt fast vollständig, dafür kommt im Nachgang eine schöne, wohl dosierte Bittere durch. Diese hält lang an und hinterlässt Eindrücke von fruchtigen und kräuterigen Aromen, ohne jedoch aufdringlich zu werden.

Nach dem Genuss der Flasche ist mir durchaus klar, warum dieses Bier einige Preise eingefahren hat. Da die Brauerei ja scheinbar auch mit ihren anderen Bieren einiges richtig zu machen scheint, muss ich mir das unbedingt mal genauer anschauen. Klare Empfehlung daher, dieses leckere, dezente und erfrischende IPA mal selbst zu probieren. Da braucht man gar nicht noch mehr schreiben…

Was schreiben die Anderen:
Nix. Sollten sie aber!

Adventskalender 1 – Camba Bavaria German IPA

Wie schnell die Zeit doch vergeht! Es ist schon wieder Adventszeit. Und netterweise ist auch schon wieder Zeit für einen neuen Bieradventskalender. Aus Gründen mit Lücken. Aber dazu später mehr. Mit dem Adventskalender feiert auch dieses Blog seinen ersten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch für das nächste Jahr. Es wird, auch aus Gründen, wahrscheinlich etwas ruhiger werden, aber das konnte man ja auch schon in der letzten Zeit beobachten.

Wie dem auch sei, ich werde versuchen, den Adventskalender termingerecht zu leeren, fürchte aber, dass das nicht immer passen wird. Man stellt sich das Schreiben eines Blogbeitrags über ein Bier anfänglich recht leicht vor, allerdings steckt doch mehr dahinter, als es den Anschein hat. Daher bin ich immer wieder begeistert von der Kontinuität, die manche Kollegen an den Tag legen. Als Extrembeispiel sei hier nur Bier des Tages erwähnt, wo Norbert jeden Tag ein fränkisches Bier vorstellt. Jeden Tag. Seit über 1800 Tagen. Wahnsinn! Zum einen, weil es in Franken so viele verschiedene Biere gibt, aber auch, weil man diese verschiedenen Biere nicht nur jeden Tag trinken und beschreiben, sondern auch finden muss. Und zu allem Überfluss schreibt Norbert auch oft etwas über die Geschichte des Bieres oder der Brauerei. Dieses Wissen fällt einem ja auch nicht vor die Füße.

Aber es gibt auch andere, die sehr aktiv sind, wenn es um das Teilen von Erfahrungen geht. Ich denke dabei vor allem an usoX und Hopfen-Craft. Aber Inhalt dieses Beitrags soll kein Name Dropping von Bierblogs werden. Die erste Flasche aus dem Adventskalender ist eigentlich der Hauptdarsteller. Also Vorhang auf.

Auf: Camba Bavaria German IPA.Camba Bavaria German IPA
Kostüm: 0,3l Longneck-Flasche mit grün gehaltenen Etiketten. Darauf ein schwarz-grün-weißes Negativ eines Menschen, erinnert ein wenig an Blair Witch Project. Das Bier selbst ist bernsteinfarben, sprudelig, mit viel feinem, leicht getönten Schaum. Es riecht intensiv hopfig mit dem Aroma von Mandarinen.
Der Geschmack trifft leider nicht die Erscheinung. Der Antrunk fällt wenig rezent aus. Zwar ist das Bier etwas sauer, durch die ölige Textur stellt sich aber der Eindruck ein, das Bier habe keine Kohlensäure und sei eher süß. Der Körper bleibt dann stiltypisch schmal mit leichter Kräuternote, um dann ich einem bitteren Abgang zu enden. Leider kommen hier eher kräuterige Aromen um Vorschein. Die auf dem Flaschenhals versprochenen Aromen von Mandarinen, Ananas und Marillen finde ich nicht. Dafür aber eine recht präsente Alkoholnote. Bei 6,5% Alkohol aus 15,5% Stammwürze aber auch irgendwie nicht verwunderlich.

Ich mag es ja gern bitter, aber dieses Bier ist mir ein wenig zu sehr “in your face”.

Ab: Camba Bavaria German IPA

Was schreiben die Anderen:

Efes

Heute habe ich wieder ein Bier mit Geschichte. Im sehr überschaubaren Biersortiment eines lokalen Getränkefachhändlers habe ich vor einiger Zeit eine Flasche Efes gefunden, die ich prompt mitgenommen habe. Denn dieses Bier erinnert mich immer an meine Zeit beim Bund. Meinen Grundausbildung hatte ich in Wolfhagen, einer kleinen Stadt bei Kassel. Die Kaserne ist, wie eigentliche alle Kasernen, in denen ich mal stationiert war, geschlossen. Unter dem früheren Panzerschleppdach befindet sich heute eine preisgekrönte Schule, in meine alten Block sind kleine Firmen, nebenan wohnen Flüchtlinge. Nach Dienstschluss bin ich oft mit einigen Stubenkollegen “rausgefahren”, um in Wolfhagen Döner zu essen. Und zum Döner haben wir oft ein ier getrunken, ein Efes eben. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich dann nach über zehn Jahren nach meinem letzten Efes eine grüne 0,33l Euro-Flasche im Regal gefunden habe.

Efes PilsenerLaut Etikett ist das 4,9% starke Pils die weltweite Nummer 1 der Mittelmeerbiere. Der Name deutet die Herkunft schon an, denn Efes ist von Ephesos abgeleitet. Dort lag oder liegt die erste Brauerei des Efes-Konzerns. Laut Wikipedia umfasst dieser mittlerweile 16 Brauereien, 6 Mälzereien und 23 Abfüllbetriebe. Meine Flasche wurde unter Lizenz in Berlin (natürlich nach dem Reinheitsgebot) gebraut und abgefüllt.

Aber was kann das Efes denn nun? Es ist von goldgelber Farbe, klar und bildet mittelgroben, weißen, wenig standfesten Schaum aus. Im Geruch hopfig, süßlich.
Der Antrunk ist wenig rezent, da fast keine Säure und auch nur sehr wenig Karbonisierung vorhanden sind. Der Körper ist schmal, ohne starke Aromen. Dafür erkennt man eine für ein Pils stark präsente Malzsüße, die erst sehr spät von einer eher dezenten Bittere abgelöst wird. Absolut nicht pilstypisch. Ich weiß nicht, ob das so sein soll oder ob es sich da um einen Produktionsfehler handelt, aber es schmeckt ein wenig so, als wäre beim Maischen was schiefgelaufen oder das Bier ist nicht fertig vergoren worden. Ich werde jedenfalls den Eindruck nicht los, dass da Jungbier mit in der Flasche ist.

Was schreiben die Anderes? Nix! Seltsam…