Bosch Porter

Die Brauerei Bosch ist eine kleine Brauerei einige Kilometer von meinem Wohnort aus der an der Grenze zu Hessen gelegenen Stadt Bad Laasphe. Sie blickt auf eine mehrere Jahrhunderte währende Historie zurück, ist also einer der eher seltenen Familienbetriebe, der die dritte Generation überlebt hat. Bosch hat dies, und das aus meiner Sicht auch noch sehr gut. Auch wenn die Brauerei mit einem jährlichen Ausstoß von 40.000 hl nicht zu den Großen der Branche gehört, so weiß sie doch durch Qualität zu überzeugen. Dazu passt auch die Mitgliedschaft im Brauereienverbund SlowBrewing.

Bosch PorterAber zur Sache. Ich habe mich heute für das Bosch Porter entschieden. Denn der Zusatz Porter: Schwarze Magie hat mich neugierig gemacht. Das Porter kommt in der 0,33l Longneck-Flasche und ist laut Brauerei ein untergäriges, deutsches Schwarzbier. Aus 13,3% Stammwürze wurde 5,3% Alkohol gebraut.

Da das Bier 2007 den European Beer Star gewonnen und damit zum besten Schwarzbier Europas gekürt wurde, liegt die Erwartungslatte nun sehr hoch. Also ab in’s Glas damit.

Das Porter ist ein erwartungsgemäß dunkles, rotbraunes, fast schwarzes Bier. Es entwickelt recht viel mittelgroben Schaum, der sich auch ein paar Minuten hält. Dann gibt es den Weg frei für den Duft nach Hopfen und leichten Röstaromen. Allerdings beides eher dezent.

Wie der Geruch schon vermuten lässt, hält sich das Porter im Geschmack eher im Hintergrund. Im Antrunk ist es zwar eher frisch durch ein gutes Maß Säure, allerdings zieht sich dieser Eindruck durch die fehlende Kohlensäure nicht durch das ganze Bier. Im Körper ist es eher schmal, mit leichter Bittere und dezenten Röstaromen. Ich finde es ja nicht schlecht, wenn das Bier nicht so dick aufträgt. Und das tut das Porter nicht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Liebhaber der kräftigen Röstaromen hier nicht ganz auf ihre Kosten kommen. Im Nachgang bleibt dann ein leichter Eindruck vom Röstaroma. Die verwendeten Hopfensorten Hallertauer Perle und Hallertauer Tradition stechen auch nicht hervor, sind aber deutlich erkennbar und verleihen dem Porter eine gewisse Würze.

Ich finde das Porter ein leckeres Bier, das eher dezent daher kommt. Durch die Malzsüße ist es eher süffig, nach meinem Geschmack könnte es aber etwas mehr Kohlensäure vertragen.

Westerwald Bräu

Der Adventskalender ist leer getrunken und nach einigen Tagen Pause möchte ich nun mit einem etwas langsameren Rhythmus weitermachen. Ich habe mir überlegt, dass ich in den nächsten Monaten meinen Fokus auf lokale Erzeugnisse legen will, da wir hier doch die eine oder andere Brauerei haben, die durch die beherrschende Stellung von Krombacher etwas untergeht (oder schon untergegangen ist). Wenn ich es schaffe, will ich die Berichte über die Biere auch mit etwas Hintergrundwissen zu den Brauereien anreichern. Denn lokal kommt man doch eher an solche Informationen, als wenn man hunderte Kilometer entfernt wohnt.

Westerwald BräuBeginnen möchte ich die “Reihe” der lokalen Biere mit dem Westerwald Bräu von der Westerwald-Brauerei H. Schneider Hachenburg. Der Ortsname ist dem ein oder anderen bestimmt bekannt, denn die weitaus bekanntere Marke der Brauerei ist Hachenburger. Das Westerwald Bräu wurde untergärig gebraut und bringt es auf 5,2 Volumenprozent Alkohol. Es kommt in der 0,33l Longneck-Flasche, die mit einem schlichten Etikett versehen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Etikett stilsicher oder doch billig finden soll. Daher ist es wohl irgendwas dazwischen.

Das Westerwald Bräu ist ein klares, etwas braunstichiges Helles mit mittelmäßiger Kohlensäure. Die Schaumkrone war mittelgrob und schnell wieder verschwunden. Es riecht süßlich, hat auch etwas fruchtiges. Klare Aromen stechen aber nicht heraus.

Im Antrunk ist es wenig rezent. Es hat wenig Säure, prickelt nicht, und kommt daher etwas schwer daher. Im Körper dann ist es recht schmal, dafür aber recht bitter. Aromen sind keine auszumachen. Das ist etwas schade, denn auf dem Rückenetikett wurde extra ausgewiesen, dass Sommerbraugerstenmalz sowie Aromahopfen verwendet worden seien. Den Hopfen schmecke ich wohl, aber das Aroma nicht. Mit etwas Phantasie könnte man eine Apfelnote machen, aber wenn ich diesen Hinweis nicht in einer anderen Bewertung gelesen und gezielt danach gesucht hätte, wäre ich nicht darauf gekommen.

Im Nachgang ist es, wie auch schon im Körper, recht bitter. Auch hier sind keine Aromen erkennbar. Es bleibt also bei einem würzigen Lager, das mit einer recht starken Bittere punkten kann. Ohne viel Schnickschnack, aber trotzdem recht lecker. Durch die Bittere wahrscheinlich nicht ganz massenkompatibel, aber für den geneigten Trinker sicherlich ein Versuch wert.

Adventskalender 23 – Veldensteiner Bierwerkstatt Imperial Pils

Was lange währt, wird endlich gut. Das hoffe ich zumindest für meinen Bieradventskalender, den ich heute mit einem etwas anderen Bier beschließen möchte. Denn als letztes der 24 Biere habe ich heute das Veldensteiner Brauwerkstatt Imperial Pils von der Kaiser Bräu aus Mittelfranken im Glas. Gebraut wird diese zeitlich begrenzt verfügbare Spezialität mit den Übersehhopfenarten Citra und Green Bullet. Während Citra aus den USA schon seit einiger Zeit eine gefragte Hopfensorte ist, hat der Green Bullet aus Neuseeland bisher noch nicht so viele Fans.

Veldensteiner Bierwerkstatt Imperial PilsDas Imperial Pils kommt in der 0,5l Bügelflasche mit typischem Veldensteiner Etikett. Mit seinen 6,9 Volumenprozent Alkohol hat es, wie es sich für ein Imperial Pils gehört, etwas mehr unter der Haube als das Feld-, Wald- und Wiesenpils. Auch in der Malzsüße sowie der Bittere ist ein Imperial Pils eine Stufe über dem Pils anzusiedeln.

Im Glas habe ich nun eine fahlgelbe, trübe Flüssigkeit mit leicht sprudelnder Kohlensäure. Die Krone ist weiß und üppig, schön fein und hält sich überdurchschnittlich. Bereits beim Einschenken umweht der Duft von Mango und Banane die Nase.

Der Antrunk ist wenig sauer und trotz der Kohlensäure nicht wirklich frisch. Das Bier ist malzig, kommt mit einer gewissen Schwere daher. Dazu passt auch der Eindruck des erhöhten Alkoholgehalts, den man im Körper wahrnimmt. Zwar kommen die Hopfenaromen im Körper klar raus, sind aber nicht aufdringlich. Ergänzt werden die fruchtigen Noten durch eine würzige, die ich nicht zu beschreiben mag. Aber das wird wohl der Green Bullet Hopfen sein. Aromatisch eine gelungene Komposition. Trotz der schönen Bittere bleibt das Imperial Pils irgendwie etwas behäbig. Die ölige Konsistenz tut ihr übriges. Im Abgang ist es leider eher unspektakulär. Die Aromen verfliegen schnell, es gibt keinen richtigen Nachhall. Lediglich der ölige Eindruck bleibt etwas erhalten.

Alles in allem ist das Imperial Pils ein leckeres Bier, vergibt aber durch den erhöhten Alkoholgehalt ein paar Punkte. Dieser könnte für meinen Geschmack und etwas klarere Aromen geringfügig zurückgenommen werden. Nichtsdestotrotz eine gelungene Komposition, die man mal getrunken haben sollte.

Adventskalender 22 – Altenmünster Brauer Bier Urig Würzig

Nach krankheitsbedingter Zwangspause will ich heute die vorletzte Flasche des Bieradventskalenders vorstellen. Leider hat sich dies etwas hingezogen, aber zu einen tue ich mich schwer damit, Alkohol zu trinken, wenn mein Körper gerade gegen irgendeine Infektion kämpft, und zum anderen ist das Probieren von Bier irgendwie sinnlos, wenn man weder riechen noch schmecken kann. Daher verzögert sich nun alles zusätzlich, sodass ich den Bieradventskalender fast schon pünktlich zum 24. Januar beenden kann :)

Altenmünster Brauer Bier Urig WürzigAber zurück zum Thema. Das Altenmünster Brauer Bier Urig Würzig vom Allgäuer Brauhaus aus Kempten im schönen Allgäu ist der heutige Kandidat. Ein schönes, strohblondes, glasklares Pils mit reichlich Kohlensäure und einer weißen, fein- bis mittelgroben Krone fließt aus der 0,5l Bügelflasche. Es riecht recht frisch, allerdings sind keine besonderen Aromen auszumachen. Wahrscheinlich wurde kein Aromahopfen verwendet, sondern ein Bitterhopfen. Aus 11° Stammwürze zieht es 4,9 Volumenprozent Alkohol.

Der Antrunk ist sehr frisch. Die sprudelige Kohlensäure zusammen mit einer guten Portion Säure verleiht dem Pils einen rezenten Anstrich. Da auch der Körper nicht sehr schwer daherkommt, sondern sich direkt in eine bittere Richtung verabschiedet, ohne sich überhaupt richtig breit gemacht zu haben, hat das Bier einen sehr süffigen Charakter. Der Körper hat allerdings noch eine leichte Unternote, die ich allerdings nicht erkennen konnte. Auf der Website des Bieres wird dies nussig genannt. Dann ist dieses Aroma wohl nussig. Aber mit dieser Unternote hat es sich dann auch schon an Aromen.

Der Abgang fällt für ein Pils schon fast zu bitter aus, ich finde es allerdings sehr angenehm und durchaus noch im Rahmen. Für Freunde der etwas hopfigeren Gangart, die sich aber nicht auf irgendwelche Aromaexperimente einlassen willen, ist das Altenmünster Brauer Bier Urig Würzig daher eine gute Wahl. Bodenständiges Pils ohne viel Schnickschnack mit einer guten Portion Herbe und Frische. Süffig und lecker.

Interessanterweise steckt ratebeer.com das Urig Würzig in die Kategorie Premium Lager. Laut Wikipedia ist ein Lagerbier ein Bier, was im Gegensatz zum Pils nicht so stark gehopft ist. Damit wäre dieses Exemplar wohl eher ein Pils. Aber über solche Kategorisierungen sollte man sich eh nicht zu viele Gedanken machen.

Adventskalender 21 – Bayreuther Aktien Zwick’l Kellerbier

Langsam, aber sicher nähere auch ich mich dem Ende des Adventskalenders. Und ich muss sagen, dass mir der Inhalt, bis auf einige Ausnahmen, sehr gut gefallen hat. Trotzdem hoffe ich, dass die letzten drei Flaschen das Niveau noch etwas heben können. Beim heutigen Bayreuther Aktien Zwick’l Kellerbier von der Bayreuther Bierbrauerei AG habe ich irgendwie das Gefühl, dass es durchaus nach oben gehen kann. Schließlich kommt es aus Franken, die Region, die für ihre vielen und guten Brauereien bekannt ist. Mal sehen, was sich in der 0,5l Bügelflasche verbirgt, die mit einem im Mittelalter-Look gestalteten Etikett versehen ist.

Bayreuther Aktien Zwick'l KellerbierIns Glas strömt eine bernsteinfarbene Flüssigkeit mit dem Hang zu rot, die eine gute Krone aus feinem und mittelgroben Schaum bildet. Dieser ist nicht sehr stabil, sodass sehr schnell der Weg frei ist für die Duftaromen. Hier fällt zu allererst, noch bevor man wirklich am Glas riecht, ein unterschwelliges Bananenaroma auf. Beim gezielter Erschnuppern ist davon aber nicht mehr viel zu spüren. Zwar hat das Bier fruchtige Noten, aber sekundär ist ein süßer, schwerer Malzduft viel prägnanter. Auch ist eine leichte Karamellnote erkennbar.

Der erste Schluck ist allerdings etwas enttäuschend. Das Zwickel ist wenig sauer und hat fast keine Kohlensäure. Der Antrunk fällt daher nicht sehr rezent aus, stattdessen ist bereits hier eine süße Note präsent. Glücklicherweise wird diese Süße im Körper nicht stärker. Dieser ist malzig und recht schmal, aber sehr ausgewogen. Die Malzsüße wird hier von Kräuteraromen begleitet. Dieser herbale Eindruck leitet dann auch zu einem immer bittereren Abgang über, der mir sehr gut gefällt. Das Hopfenaroma läuft hier in einer feinen, grasigen Note aus.

Mit seinen 5,3% vol. Alkohol zählt das Bier zu den stärkeren Kellerbieren. Durch seine wahrscheinlich ungespundete Gärung, die in Franken ja sehr verbreitet sein soll, hat das Bier sehr wenig Kohlensäure und kommt recht flach daher. Im ersten Moment noch überraschend, kann man zusammenfassend sagen, dass es dem Bier nicht negativ auszulegen ist. Ein leckeres Erzeugnis aus dem wunderlichen Freistaat. Sollte man mal probiert haben.

Adventskalender 20 – Duckstein Original

Der zweite Tag im neuen Jahr und ich habe noch vier Flaschen des Bieradventskalenders vor mir. Die heutige ist eine schöne Reliefflasche aus der Hamburger Brauerei Duckstein, befüllt mit dem rotblonden Original, einem obergärigen Altbier mit 4,9 Volumenprozent Alkohol. Früher wurde Duckstein in Königslutter gebraut und war im Mittelalter ein sehr bekanntes und verbreitetes Bier. Der Namen leitet sich aus einem Gestein ab, dem Kalktuff, der aus dem Gebierge Elm ausgespült wurde und sich am Fluss, dessen Wasser zum Brauen des Bieres verwendet wurde, ablagerte. Nach einigen “Umzügen” der Marke ist sie nun im Carlsberg-Konzern angesiedelt. Wikipedia weiß noch mehr zu berichten.

Duckstein OriginalDas Duckstein hat eine rötlichbraune Farbe und ist klar. Es hat relativ wenig Kohlensäure und bildet auch nur wenig bräunlichen, eher feinen Schaum, der aber schnell wieder vergeht. Im Geruch erkennt man etwas Malz, aber die Zitrus-Aromen des Hopfen sind hier ganz klar im Vordergrund. Auch im Geschmack bleibt das Duckstein Original eher zurückhaltend. Im Antrunk ist es durch viel Säure recht frisch und kann damit auch den sparsamen Einsatz der Kohlensäure ausgleichen. Der Körper ist eher schmal und wenig malzig. Hier schmeckt man den Hopfen bereits gut heraus, der sich aber noch mit einer gewissen Würzigkeit und einigen Karamellnoten umgibt. Im Abgang kann der Hopfen dann die Muskeln spielen lassen, eine schöne Bittere ist noch einige Zeit schmeckbar.

Das hochwertig gestaltete Etikett weißt das Bier als auf Buchenholz gereift aus. Im Klartext heißt dies, dass dem Bier Buchenholzchips zugefügt werden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das Buchenholz für die Würzigkeit und/oder die Karamellnoten verantwortlich ist oder ob dies doch eher dem Malz zugeschrieben werden muss. Es kann sich hier also auch nur um einen Marketing-Gag handeln, um den Bier den beabsichtigten Anstrich der Oberklasse zu verleihen. Ich finde das Bier durchaus lecker und für ein Altbier auch eher sanftmütig, aber Oberklassigkeit kann ich nicht erkennen. Aber manchmal kann man das Marketing-Geschwätz ja auch einfach ignorieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und das ist durchaus genießbar.

Adventskalender 19 – Privatbrauerei Gießen Porter Cherry

Silvester habe ich mit einigen Leckereien zugebracht, die ich teilweise auch schon hier vorgestellt habe. So durfte beim Jahresausklang natürlich das Maisel & Friends Pale Ale nicht fehlen, aber auch Grevensteiner kam ins Glas. Zwei andere Biere werde ich nach Abschluss des Adventskalenders vorstellen. Aber der hat ja noch ein paar Überraschungen parat, daher werden die Berichte zum Westerwald-Bräu sowie zum Bosch Doppelbock noch etwas warten müssen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Thomas, der uns gestern mit den Leckereien versorgt hat.

Privatbrauerei Gießen Porter CherryHeute geht es stattdessen um ein Biermischgetränk, nämlich das Porter Cherry der Privatbrauerei Gießen aus dem benachbarten Hessen. Bis 2011 war die Brauerei noch unter dem Namen Giessener Brauhaus A. & W. Denninghof bekannt, die Marke hieß einfach Giessener. Unter neuer Führung und anderem Namen geht die Brauerei nun etwas experimenteller an den Start, und so ist das Porter Cherry entstanden, eine Mischung aus 85% Schwarzbier und 15% Getränkesirup mit Kirschgeschmack. Und so finden sich Zutaten wie Glucose-Fructose-Sirup im Schwarzbier sowie verschiedene Saftkonzentrate, natürliche Aromen, Antioxidationsmittel und Säuerungsmittel im Bier. So ganz glücklich bin ich damit irgendwie nicht. Denn für mich bedeutet Braukunst, den natürlichen Zutaten die verschiedensten Geschmäcker und Aromen zu entlocken. Mit künstlichen Zusätzen lässt sich vieles erzeugen, aber mit Kunst hat das nicht mehr viel zu tun.

Aber nun zum Bier. Dunkles rot, fast schon schwarz, füllt sich das Glas. Es sind viele, teils recht große Schwebteilchen zu erkennen. Reste des Brauprozesses? Oder haben sich hier Additive angesetzt? Schaut nicht so lecker aus, wenn man nicht weiß, um was es sich handelt. Das Porter Cherry bildet wenig mittelgroben, braunen Schaum, der schnell wieder vergeht. Das Bier riecht ganz leicht nach Hopfen, was aber meistens hinter dem starken Geruch nach Branntwein und Kirsche verschwindet.

Im Antrunk ist es süß-malzig, hat aber dennoch viel Säure, sodass es trotzdem irgendwie erfrischend daherkommt. Der Eindruck wandelt sich allerdings im Laufe der Flasche. Es wird eher klebrig-süß, wie Sirup, was jeglichen Eindruck von Frische zunichte macht. Der Körper besteht aus Kirscharoma, man kann aber auch die Malzsüße erkennen und auch hier muss ich wieder an Branntwein denken. Im Nachgang ist es dann irgendwie undefinierbar. Manchmal meine ich eine leichte Hopfenbittere zu schmecken, beim nächsten Schluck bin ich aber wieder voll im Sirup angelangt. Irgendwie nicht klar erkennbar.

Diese Beschreibung des Nachgangs trifft auch sehr gut meinen Gesamteindruck des Bieres. Irgendwie ist das Kirscharoma interessant, aber irgendwie geht es mir nach der halben Flasche auch schon wieder auf die Nerven. Das Bier ist eigentlich sehr süß, wurde aber mit dem Säuerungsmittel wieder “zurechtgestutzt”. Ich kann mich letztendlich nicht dazu durchringen, das Bier als lecker einzustufen. Aber wenn es mir nach einer halben Flasche schon nicht mehr schmeckt, ist es einfach nicht mein Bier.

Jahresrückblick?

Ich finde es immer wieder interessant, wie am Ende eines Jahres an jeder Ecke ein Rückblick lauert, welcher die Leser mit der eigenen Sicht der Dinge beglücken möchte, und wie sich diese Jahresrückblicke dann teilweise doch fundamental unterscheiden. Nun handelt dieses Bog allerdings nicht von objektiven Dingen, sondern beschreibt meine subjektiven Erfahrungen rund um das Thema Bier. Und daher ist es quasi per Definition meine Sicht der Dinge. Ich will gar nicht so vermessen sein, meinen Geschmack als objektiv einzustufen. Zum einen, weil Geschmack grundsätzlich subjektiv ist, zum anderen, weil ich keine Sommelier-Ausbildung oder etwas vergleichbares abgeschlossen habe und daher noch nicht einmal in der Lage bin, auf einer halbwegs objektiven Basis über Geschmack zu sprechen. Aber gerade weil die vielen Blogger, die sich mit dem Thema Bier beschäftigen, immer aus einer sehr persönlichen Sicht schreiben, finde ich in diesem Bereich einen Jahresrückblick durchaus angemessen.

Der Rückblick für mich ist dabei schnell geschrieben. Denn dieses Blog existiert erst seit einem Monat, auch wenn ich mich schon länger mit dem Gedanken schwanger trage, mein Interesse an Bier irgendwie auf eine andere Grundlage zu stellen. Nichtsdestotrotz habe ich durch den Bieradventskalender (den ich auch noch immer nicht vollständig probiert habe) bereits einige Biere kennenlernen dürfen, die mir bisher nicht ins Glas gelaufen sind. Allerdings waren es bisher auch erst 19 Biere. Und mangels geübter Geschmacksknospen und auch mangels trainierter Beschreibungen für die erschmeckten Köstlichkeiten fühle ich mich nicht in der Lage, eine Hitliste oder zumindest eine Top 3 für dieses Jahr zu erstellen. Zu den Bieren, die mir sehr gefallen haben, zählen auf jeden Fall die saisonalen Festbiere, da hier die Brauer interessante und teilweise auch für mich absolut neue Geschmackskombinationen erstellt haben. Und ein Bier, welches mir besonders gefallen hat und aus der Menge der probierten heraussticht, ist das Pale Ale von Maisel & Friends.

Für das kommende Jahr hoffe ich auf genug Zeit, mich weiterhin dem Thema Bier widmen zu können. Wenn der Adventskalender dann endlich auch mal durchprobiert ist, werde ich die Schlagzahl für neue Berichte sicherlich etwas reduzieren. Und auch einige andere große Projekte werden ihre Zeit fordern. Ein mittelfristiges Ziel bleibt aber weiterhin, erste eigene Schritte auf dem Gebiet des Brauens zu unternehmen. Aber ob dazu im nächsten Jahr noch Platz sein wird, vermag ich aktuell noch nicht zu sagen.

Nun bleibt mir nur noch, meinen Lesern einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins Neue Jahr zu wünschen.

Und hier noch ein Hinweis, welche Gedanken sich die Kollegen zum auslaufenden Jahr gemacht haben:

Adventskalender 18 – Guinness Extra Stout

Gestern Abend war ich im lokalen Irish Pub zum Pub Quiz und dachte noch darüber nach, beim nächsten Mal einen Bewertungsbogen mitzubringen, um die dort erhältlichen Biersorten zu bewerten. Und heute steht schon eine irische Bekanntheit vor mir, das Guiness Extra Stout. Wenn man der feinen Unterscheidung von ratebeer.com glauben darf, muss ich die Aussage etwas präzisieren, denn es steht ein Guinness Extra Stout (Continental Europe) vor mir. Scheinbar werden für unterschiedliche Regionen der Welt unterschiedliche Biere gebraut oder es werden an verschiedenen Orten ggf. verschiedene Zutaten verbraut? Ich konnte hierzu im Netz leider nichts Erhellendes finden. Falls jemand mehr weiß, freue ich mich auf einen Kommentar dazu.

Guinness Extra StoutDas Guinness vor mit hat einen Alkoholgehalt von 4,1 Volumenprozent. Auf der Zutatenliste tauchen neben Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe auch Gerste und geröstete Gerste auf. Aus diesen Zutaten wurde dann ein tiefschwarzes, trübes Bier gebraut, das nur bei direktem Lichtdurchfall etwas rotbraune Farbe zeigt. Beim Einschenken entsteht viel brauner Schaum, der leider schnell wieder vergeht. Im Gegensatz zum Guinness, welches man in der Kneipe bekommt, ist das Bier mit reiner Kohlensäure versetzt. In Kneipen wird das Bier mit einem Kohlensäure-Stickstoffgemisch gezapft, was sich etwas auf den Geschmack auswirkt.

Sobald man die Flasche öffnet, wird man von einem intensiven Röstaroma umweht. Es riecht nach Getreide, nach dunkler Schwarzbrotkruste, sehr würzig. Auch geschmacklich knüpft das Extra Stout an diesen Eindruck an. Im Antrunk noch recht frisch, breiten sich im Körper die malzigen Röstaromen aus. Es schmeckt intensiv nach Malz, aber auch etwas rauchig. Insgesamt ist es erstaunlich wenig süß, man hat trotzdem einen recht vollwertigen Eindruck. Im Nachgang bleiben die starken Röstaromen noch eine Zeit erhalten, allerdings kann man hier auch etwas Hopfen erkennen. Zwar nur sehr leicht, aber erkennbar.

Alles in allem ein leckeres Bier, auch wenn ich ein frisch gezapftes mit Stickstoff lieber mag. Wahrscheinlich zielt die Beschreibung Flüssiges Brot auf Porter-Biere ab, denn den Eindruck von Brot wird man beim Genuss des Guinness Extra Stout nie wirklich los.