Glossner Bräu Neumarkter Hefe-Weiss’

Über die Zeit haben sich doch einige Notizen von Verkostungen angesammelt, die ich leider nicht mehr im Kopf habe. Daher muss ich mich in solchen Fällen voll und ganz auf die Notizen verlassen. Das Schreiben von Berichten allein basierend auf Notizen hindert mich allerdings, viele der Eindrücke, die man während des Genusses eines Bieres hat, in Worte zu fassen. Oft hadere ich über längere Zeit mit verschiedenen Beschreibungen. Ist ein Aroma nun grasig, krautig oder würzig? Ein Profi würde mich wahrscheinlich auslachen. Aber ich bin halt kein Profi. Daher muss ich immer wieder nach Namen für die Eindrücke auf meiner Zunge suchen. Und wenn ich diese Eindrücke eben nicht mehr habe, sondern nur noch ein paar eilig hingekritzelte Notizen, bleibt leider vieles auf der Strecke.

Glossner Bräu Neumarkter Hefe-Weiss'So wird es nun auch beim Glossner Bräu Neumarkter Hefe-Weiss’ sein. Getrunken habe ich es schon vor einigen Monaten, aber eben nicht ausführlich beschrieben. Trotzdem möchte ich dies nachholen und dabei so viel wie möglich aus meine Notizen herausholen.

Das Weizenbier ist bernsteinfarben und naturtrüb. Es entwickelt feinen, weißen Schaum, der sich allerdings nicht lange hält. Auch hat es wenig Kohlensäure. Der Geruch ist weizentypisch nach Hefe und leichte nach Banane.
Im Antrunk ist es zwar etwas sauer, aber durch die wenige Kohlensäure wenig prickelnd. Auch der Körper ist nicht so vollmundig und cremig, wie man es bei einem Weizen erwartet. Stattdessen gleitet das Neumarkter Weißbier schon in’s wässrige ab. Auch im Nachgang bleibt das Bier unspektakulär.

Wer den Hefegeschmack bei Weizenbieren nicht so sehr mag, wird mit diesem Vertreter der Gattung sicherlich glücklich. Wer aber gern mal ein Bier mit etwas Geschmack trinkt, sollte sich nach etwas anderem umschauen.

Was sagen die Anderen:

Glossner Original Neumarkter Bio-Gold

Für mein Projekt, eigenes Bier zu brauen, benötigte ich noch einige Bügelflaschen. Daher habe ich mich bis zum Abfüllen verstärkt an der Verpackung orientieren. Und da ich nicht immer die Muße habe, einen Blogpost mit allem Drum und Dran zu erstellen, folgen nun noch einige Posts über Biere, die ich bereits vor einigen Wochen verköstigt habe.

Glossner Bräu Neumarkter Bio-GoldEines dieser Bügelflaschenbiere ist das Glossner Original Neumarkter Bio-Gold aus dem Hause Franz Xaver Glossner. Auf der Homepage des Herstellers wird es auf der Startseite als neues Bier hervorgehoben, im Sortiment ist allerdings ein Bier mit einer anderen Etikettenaufmachung enthalten. Wahrscheinlich ist man dabei, die Sorten zu modernisieren, und steckt noch mitten in der Arbeit. Aber das soll uns erst mal nicht weiter interessieren, denn wie heißt es beim Fußball so schön: Wichtig ist auf dem Platz!

Schauen wir uns das ökologische Edelmetall mal genauer an. Es ist bernsteinfarben, leicht sprudelig und bildet wenig feinen, weißen Schaum aus. Es riecht allerdings ungewohnt fruchtig nach Erdbeere. Auch der Hopfen sticht deutlich in der Nase. Im Antrunk ist es ziemlich sauer, aber irgendwie fehlt doch etwas Karbonisierung, daher ist das Bier nur etwas rezent.

Der Körper ist leider recht schmal. Ich schmecke leicht das Malz, leichte kräuterige Aromen, dazu leichte Fruchtnoten, auch hier erkenne ich wieder die Erdbeere. Irgendwie kommt mir hier die Assoziation Bierbowle in den Kopf. Allerdings ist das Bier auch sehr herb, was nicht ganz zur Bierbowle passt. Im Nachgang bleibt die schöne Bittere sehr gut zur Geltung und hält lang an.

Das Neumarkter Bio-Gold ist ein recht süffiges Bier mit fruchtigen Noten. Scheint gut für sommerliche Abende geeignet. Dabei finde ich das Zusammenspiel von Fruchtnoten und schöner Bittere sehr interessant, da sich so vielleicht der oder die ein oder andere Ottonormaltrinker/in an etwas herbere Biere gewöhnt und auch mal etwas in den Bereich der stärker gehopften Biere reinschmecken möchte. Denn dort lauert ein weites Feld…

Adventskalender 15 – Riedenburger Festbier

An der falschen Position 15 und sowieso zu spät fand ich heute das Riedenburger Festbier im Bieradventskalender. An der falschen Position deshalb, weil die Flasche mit einem Nikolaus auf dem Etikett verziert ist. Daher hätte wohl eher das sechste Türchen gepasst. Aber man will ja nicht meckern.
Das Riedenburger Festbier ist das zweite Festbier (neben dem Viva Bavaria) aus dem Hause Riedenburger und steht auch in der 0,5l Bügelflasche vor mir. Mit einem Alkoholgehalt von 5,5 Volumenprozent ist es geringfügig stärker als das Durchschnittsbier, aber für ein Festbier scheint es ja üblich, etwas mehr Stammwürze zu verwenden. Es wird nur zur Weihnachtszeit eingebraut. Leider, wie man sagen muss.

Riedenburger FestbierDas Festbier wird aus den klassischen Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe gebraut und ist, wie gewöhnlich für ein Bier aus dem Hause Riedenburger, Bio. Es ist naturtrüb, zeigt sich allerdings bis auf einige Schwebteilchen recht klar im Glas. Die braune Farbe und der malzig-süße Geruch deuten auf ein eher schweres, süßes Bier hin. Allerdings sind auch florale Hopfennoten erkennbar und auch etwas fruchtiges kommt durch, ich meine Banane gerochen zu haben.

Im Antrunk zeigt es sich wenig rezent, nur leicht sauer und mit wenig Kohlensäure. Allerdings ist der malzige Körper viel weniger süß als erwartet. Statt dessen sind im recht schmalen Körper Branntweinaromen erkennbar und auch leichte Nussnuancen schmecke ich. Im Abgang kommt eine leichte Bittere mit einem leckeren Hopfenarome, welches recht lang anhält. Der recht schmale Körper will nicht so recht zum malzigen Geruch passen, aber aus meiner Sicht tut dies dem Bier eher gut.

Zusammengefasst haben wir hier also ein wenig süßes Bier, das viele leckere Aromen, aber keine aromatischen Ausreißer enthält. Insgesamt sehr lecker und recht süffig. Man sollte also die raren Gelegenheiten, wenn das Bier verfügbar ist, nutzen und sich ein paar Flaschen auf Halde legen. Alt werden sie dort bestimmt nicht.

Adventskalender 24 – St. Peter’s Organic Ale

Entgegen der Reihenfolge habe ich heute zur Feier des Tages das Fläschelchen mit der Nummer 24 geöffnet. Ich hatte schon bemerkt, dass die Flasche nicht in den Standard-Kasten passt, und daher bin ich auch nicht sehr verwundert, dass es sich wieder um ein in Deutschland nicht sehr übliches Bier handelt. Denn heute steht das Organic Ale aus dem Osten Englands, genauer aus Bungay, Suffolk, aus dem Hause St. Peter’s vor mir. Auch dieses Cask Ale ist mit einem Bio-Label versehen. Und es handelt sich auch wieder um einen Preisträger, denn es hat im Jahre 2002 den ersten und 2006 dn zweiten Preis der Soil Association gewonnen.

St. Peter's Organic AleDie grüne, ovale Relief-Flasche ist eine Nachbildung einer historischen englischen Bierflasche aus 18. Jahrhundert. Sie ist mit einem sehr kleinen, aber schicken Frontetikett versehen. Dafür fällt das Rückenetikett umso größer aus. Es teilt dem Konsumenten mit, dass der Inhalt der Flasche 2,3 UK units enthält. Denn die Flasche fasst 0,5l und das Ale verfügt über 4,5 Volumenprozent Alkohol.

Im Glas zeigt sich das St. Peter’s Organic Ale als bernsteinfarbene Flüssigkeit mit wenig Kohlensäure. Der spärliche Schaum ist leicht getönt, vergeht allerdings sehr schnell. Auch im Geruch ist das Ale eher zurückhaltend. Man kann Malz, Karamell und florale Hopfenaromen erkennen. Die Farbe und der Karamellgeruch deuten auf stärker gemalzte Gerste hin.

Beim ersten Schluck dann wird man erst einmal überrascht. Das Ale hat im Antrunk etwas Säure, die feine, flüssige Textur zieht den Fokus allerdings sehr schnell auf den Körper, der mit einem heftigen Raucharoma einen extremen Eindruck hinterlässt. Erst nach einigen Schlucken hat man sich daran gewöhnt und man kann sich auch auf die anderen Aromen konzentrieren. So ist der Körper durchaus auch etwas bitter und man kann die leichte Süße des Malzes erkennen. Allerdings ist das Raucharoma so überlagernd, dass die anderen Aromen nur schwer auszumachen sind. Ausgewogen ist anders. Auch im Nachgang bleibt das Raucharoma lange erhalten und wird nur zögerlich von der Bitternis des Hopfen abgelöst. Durchaus lecker, da der Körper eher süß daherkommt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man dieses Ale auf jeden Fall probieren sollte. Allerdings ist es mit seinem starken und unausgewogenen Geschmack kein Bier, welches man den ganzen Abend trinken möchte. Zugute halten muss man ihm allerdings, dass man sich etwas an das Raucharome gewöhnt und es nach und nach in den Hintergrund tritt, sodass das Bier gegen Ende der Flasche durchaus süffig wird.

Adventskalender 14 – Neumarkter Lammsbräu Dinkel

Nach einem kurzen Ausflug auf die Insel sind wie zurück in heimischen Gefilden. Und zwar wieder im bayrischen Neumarkt, wo das Neumarkter Lammsbräu Dinkel gebraut wird. Dinkel ist ja ein enger Verwandter des Weizen, und da das Bier obergärig gebraut wurde, erwarte ich auch so etwas wie ein Weizenbier. Der Dinkel stammt, wie alle von der Brauerei verwendeten Zutaten, aus biologischen Anbau und wird in der eigenen Mälzerei veredelt. Dieser breite Zugriff auf den Brauprozess lässt mich auf ein ausgewogenes und leckeres Bier hoffen. Dies unterstreicht auch das Design der Flasche. Das Etikett ist mit warmen Farben erstellt, strahlt also Wärme aus aber gleichzeitig auch eine gewisse Seriosität. Die Flasche, eine grüne 0,33l Gourmet, tut ihr übriges zum Erscheinungsbild.

Neumarkter Lammsbräu DinkelUmgehend nach dem Öffnen der Flasche rieche ich Bananenaroma. Ich habe dann erst mal nachgeschaut, ob es sich um ein Mischgetränk handelt. Ist es aber nicht. Im Glas sieht das Neumarkter Lammsbräu Dinkel sehr weizentypisch aus. Naturtrüb, strohgelb und mit weißem, sehr feinem Schaum, der leider schnell wieder vergeht. Aber der Duft von Bananen bleibt.

Im Antrunk ist es recht frisch und ein wenig sauer. Dieser Eindruck macht aber schnell Platz für den Geschmack von Banane. Aber auch dieser Eindruck bleibt nicht lange bestehen, nach wenigen Sekunden kommt das Dinkelaroma in zur Geltung und man hat den Geschmack eines sehr weichen Weizens. Erst sehr spät im Nachgang kann man dann eine gewisse Bitternis erkennen, die sich aber dezent im Hintergrund hält. Weizenaroma zusammen mit dem Hefegeschmack bleiben auch hier der dominante Part.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Neumarkter Lammsbräu Dinkel mit 5,2% vol. Alkohol aus 12,5% Stammwürze ein leckeres Weizen ist, welches mit seinem leichten Bananenaroma zu überzeugen weiß. Es ist zwar genauso vollwertig wie jedes andere Weizen, hat aber einen feineren Geschmack und ist nicht ganz so auf die Fresse wie manch anderes Hefeweißbier. Gegenüber einem Weizen mit Bananensaft hat es den entscheidenden Vorteil, dass es nicht so mächtig und süß ist. Dazu passt auch die relativ niedrige Trinktemperatur von 7-10°C, was einer möglichen Schwere, zu der ein Hefeweizen ja irgendwie immer tendiert, vorbeugt.

Adventskalender 12 – Glossner Bräu Neumarkter Hopfengarten-Pils

Ich bin etwas irritiert über das heutige Bier. Vor mir steht eine Flasche von Glossner Bräu, einer Marke der Brauerei Franz Xaver Glossner aus Neumarkt in der Oberpfalz. Der Name des Biers lautet laut Etikett Neumarkter Hopfengarten-Pils. Das irritierende ist nun, dass ich dieses Bier auf der Homepage der Brauerei nicht finden kann. Dort gibt es dagegen ein Hopfengarten Edel-Pils von Glossner. Und auf den einschlägigen Seiten im Internet findet man ebenfalls ein Glossner Hopfengarten Edel-Pils sowie ein Glossner Bio Hopfengarten Edel-Pils. Aber kein Glossner Bräu Neumarkter Hopfengaten-Pils. Etwas mysteriös. Würde die Flasche nicht vor mir stehen…

Glossner Bräu Neumarkter Hopfengarten-PilsAber nun zum Bier. Gebraut aus Gerstenmalz und Hopfen bringt es 4,8% vol Alkohol auf die Waage. Pils-typisch ist es goldgelb und klar im Glas. Es bildet einen mittelgroben Schaum aus, der allerdings sehr schnell verschwindet. Und Kohlensäure wurde nur sehr sparsam eingesetzt. Primär riecht es hopfig. Sekundär zeigt es eher fruchtige Noten, ich meine hauptsächlich Apfel erkennen zu können, lässt aber auch ein paar malzige Aromen los. Allein durch den Malz hebt es sich schon von den gängigen Industriepilsen ab, da diese nicht so aromatisch sind.

Geschmacklich erwartet mich keine Überraschung. Alles, was die Nase schon erkannt hat, findet sich auch auf der Zunge wieder. Im Antrunk ist es etwas säuerlich, kommt daher rezent daher. Der Körper ist etwas breiter also man es von einem Standard-Pils kennt, ist mit seiner malzigen Note in Relation zum Rest des Bieres allerdings etwas zu dominant. Im Abgang wird es dann sehr leicht bitter, die Süße des Malzes bleibt aber erhalten. Relativ schnell sind diese Geschmäcker auch schon wieder verflogen.

Alles in allem ist es ein recht süffiges Bier, was allerdings durch die Süße etwas eingeschränkt wird. Wer es eher süß statt bitter mag, wird hier ein gutes Pils abseits des Mainstream finden. Und Bio ist es auch noch.

Adventskalender 8 – Riedenburger Emmer Bier

Heute erwartete mich ein gut gekühltes, bekanntes Bier, welches ich gelegentlich gern trinke: Das Riedenburger historische Emmer Bier, gebraut aus Malz von Emmer, Dinkel, Gerste und Weizen. Emmer ist eine Urform des Weizens, die bis ins Mittelalter angebaut wurde, jedoch weniger Ertrag bringt, und daher lange Zeit in der kommerziellen und später industriellen Landwirtschaft an Bedeutung verlor. Heutzutage gibt es wieder einige Bauern, die Emmer anbauen. Vor allem, um die vielfältigen und kräftigen Aromen des Emmer zu nutzen. Und gerade im Bio-Landbau ist Emmer wegen seiner Robustheit gefragt, da hier keine Pestizide eingesetzt werden. Riedenburger-typisch, handelt es sich wieder um ein Bio-Bier. Aus 12,8% Stammwürze wird es zu einem Bier mit 5,1% vol. Alkohol vergoren.

Riedenburger Emmer BierUnd so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Bier in sattem Braun aus der Flasche läuft, welche mit einem Etikett im Mittelalterlichen Stil aus der Reihe fällt.. Ungefiltert ist es auch, und auf der Flasche wird extra darauf hingewiesen, doch bitte den Bodensatz aufzuschütteln. Die Krone ist ebenfalls leicht bräunlich, besteht aus feinem Schaum, aber vergeht leider sehr schnell wieder. Dafür gibt die dann den Weg frei für die kräftigen Aromen. Primär sind Hopfen und starke Malzaromen erkennbar. Sekundär gehen die malzigen Aromen zurück, der Hopfen hält etwas länger, nach einiger Zeit ist dann ein Geruch nach Sauerteig erkennbar.

Im Geschmack verhält es sich ähnlich zum Geruch. Im Antrunk ist es sauer und frisch, trotz der spärlichen Kohlensäure kommt es nicht schwer daher. Der Körper ist kräftig malzig und leicht bitter, aber nicht sehr breit. Stark gehopft ist das Bier nicht, trägt aber im Körper trotzdem nicht zu stark auf. Statt dessen schmeckt es rund und ausgewogen. Rollt man es, kommt es schnell sehr malzig-süß. Im Nachgang wird es kurz etwas hopfiger, um dann kräftigen Röstaromen Platz zu machen. Es breitet sich leichter Brotgeschmack aus nach Roggenvollkornbrot aus Sauerteig, mit schöner schwarzer, gerösteter Kruste.

Das Bier hinterlässt einen vollwertigen Eindruck. Flüssiges Brot eben. Allerdings ist es trotz des vollwertigen Charakters noch immer recht süffig. Nach einem deftigen Essen würde ich es allerdings nicht mehr trinken wollen.

Adventskalender 5 – Pinkus Special

Jeden Tag ein Bier wäre noch in Ordnung. Aber jeden Tag eines fotografieren, Bild entwickeln, Bier probieren, notieren, bewerten, Hintergrund recherchieren und dann darüber schreiben ist schon ein bisschen mühsamer. Dass ich mit dem Bieradventskalender ins Hintertreffen gerate, war also nur eine Frage der Zeit. Und so ist es nun. Nichtsdestotrotz begebe ich mich heute wieder an die nächste Flasche.

Pinkus SpecialIn einer NRW-Flsche steht das Pinkus Special vor mir. Ich denke, es handelt sich um ein Pils, gebraut aus biologischen Zutaten, welches es auf einen Alkoholgehalt von 5,1% vol. bringt. Auf der Flasche wird es als naturtrüb und ungefiltert beschrieben, und so zeigt es sich auch im Glas. Strohgelb, naturtrüb, aber ohne erkennbare Schwebteilchen, mit sprudelnder Kohlensäure. Ich habe auch schon trübere Erzeugnisse gesehen. Laut Hersteller geht die (relative) Klarheit des Bieres auf die dreimonatige Lagerung zurück. Gebraut wird das Pinkus Special übrigens von der Brauerei Pinkus aus Münster, einer kleinen Brauerei im Familienbesitz mit angeschlossener Gaststätte. Die Brauerei blickt auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück und hat mittlerweile 10 Sorten im Angebot, prdoziert pro Jahr ca. 20.000 Hektoliter. Laut Wikipedia ist Pinkus die letzte von 150 Münsteraner Altbierbrauereien und die letzte Mälzerei in Münster. Familienbetrieb mit eigener Mälzerei, das schraubt die Erwartungen sehr hoch.

Leider kann das Pinkus Special diese Erwartungen nicht erfüllen. Die hellgelbe Flüssigkeit mit der schönen, feinporigen Schaumkrone sprudelt lustig vor sich hin. Aber schon der Geruch enttäuscht. Es riecht recht hopfig und ein wenig süßlich nach Malz. Sekundäraroma gibt es fast keines, nur das Malz ist noch unterschwellig erkennbar. Im Antrunk ist es sehr sauer, zusammen mit der Kohlensäure macht es einen spritzigen Eindruck. Aber der Körper holt einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn er ist fast nicht vorhanden. Erst im Abgang gibt es dann wieder ein schönes, für Pils eher starkes Hopfenaroma. Insgesamt also nicht von der Hand zu weisen, aber für mich, der dem Pils etwas skeptisch gegenübersteht, nicht unbedingt das Bier der Wahl.

Zugestehen muss man dem Pinkus, dass es auf den ersten Schluck enttäuscht, nach hinten raus aber besser wird. Ich vermute, das dies auch damit zusammenhängt, dass das zweite Glas wesentlich trüber war als das erste, und somit die Ablagerungen in der Flasche noch mal etwas wett gemacht haben. Der Körper wird dadurch minimal süßer, bleibt trotzdem recht schmal. Also der Hinweis für Genießer des Pinkus Special: Den Bodensatz vor dem ersten Glas aufschütteln.

Adventskalender 3 – Riedenburger Viva Bavaria

Ein neuer Tag, eine neue Flasche. Im dritten Fach der Adventsbierkiste befand sich ein weiteres bayrisches Festbier, nämlich das Viva Bavaria von der Riedenburger Brauerei aus dem schönen Altmühltal. Es steckt, wie bei Biobieren kleinerer Brauereien oftmals der Fall, in einer 0,5l Bügelflasche. Auf dem Etikett ist eine Szene eines zünftigen bayrischen Volksfests abgebildet. Personen in Tracht tanzen unter einem Festbaum und sitzen neben einem Getreidefeld. Ein stimmiges Bild für ein Festbier. Man könnte es aber auch wildromantisch nennen. Wie auch immer. Das Festbier wurde mit 13,5% Stammwürze angesetzt und hat einen Alkoholgehalt von 5,5% vol.

Riedenburger Viva BavariaIm Glas zeigt sich das ungefilterte Bier von seiner besten Seite. Ein sehr schöner Bernsteinton, der schon leicht ins rötliche geht. Wenig Kohlensäure, aber ein schöner, recht feiner Schaum, der sich auch etwas hält.

Im Geruch kommt es primär malzig und fruchtig daher, erst sekundär kann man eine, dann aber klare, Hopfennote erkennen. Im Antrunk ist das Viva Bavaria sehr frisch. Es hat einen ausgewogenen, aber trotzdem recht flachen, dezent süßen Körper, der aus wenigen verschiedenen Aromen besteht. Mir fällt es schwer, hier eindeutige Assoziationen herzustellen. Eine recht ungewöhnlich Assoziation zu einem Aroma ist Laubholz. Es erinnert mich tatsächlich etwas an den Saft von Buchen. Daneben ist es aber auch etwas malzig, was sich jedoch nicht auf den ersten Schluck erschließt. Vielleicht liegt das an der Verwendung von Emmermalz, also einer Urform des Weizen. Interessanter Weise ist dies nicht auf dem Etikett verzeichnet, sondern nur auf der Homepage zum Bier nachzulesen. Da werde ich wohl mal nachfragen, was denn nun stimmt. Nichtsdestotrotz ist das Vollbier wenig schwerfällig, sondern eher leicht und erfrischend. Für ein Festbier eher selten. Im Nachgang ist es etwas hopfenbitter und auch ein wenig sauer, was ich jedoch nicht als aufdringlich, sondern eher als angenehm empfinde. Alles in allem ist es sehr süffig und lecker. Eher ein Bier für die warmen Monate. Trotzdem gefällt es mit mit jedem Schluck besser und ich bin fast traurig, dass es immer nur eine Flasche im Adventskalender gibt. Schade, aber es wird nicht unsere letzte Begegnung sein.

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier im Glas mit Flasche

Adventskalender 1 – Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier

Der erste Post dieses neuen Blogs handelt von dem, was hinter dem ersten Türchen versteckt war. Was das hier alles soll, warum ich das mache, was ich damit vorhabe, was Humulon ist, all das werde ich im Laufe der Zeit erzählen. Aber beginnen möchte ich mit dem Bieradventskalender, der mir dieses Jahr geschenkt wurde. Eine super Idee, und ich freue mich riesig auf die noch kommenden 23 Flaschen. Aber nun geht’s los mit Flasche Nummer 1.

Im ersten Fach des Bieradventskalenders verbarg sich das Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier. Es kommt in der Euro-Flasche, die ich persönlich sehr schätze, mit einem winterlich aufgemachten Etikett, welches laut Hersteller eine winterliche Szene vor dem Neumarkter Rathaus zeigt. Sieht also schon mal festlich aus. Das Biobier aus Bayern hat einen Alkoholgehalt von 5,6% vol., der aus 13,6% Stammwürze herrührt. Nun also den Inhalt in’s Glas und testen, wie das Vollbier die übrigen Sinne zu überzeugen versucht.

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier im Glas mit Flasche

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier

Ausgeschenkt hat man ein klares, intensiv bernsteinfarbenes Bier vor sich. Der Schaum ist recht grob und nicht von langer Haltbarkeit, ebenfalls leicht bräunlich. Der Geruch erinnert mich an Branntwein, sekundär sehr malzig. Bereits hier drängt sich der Eindruck auf, dass das Bier eine Vielzahl von Aromen bereithält, die den Eindruck erwecken, in der kalten Jahreszeit zu Hause zu sein. Die Versprechungen des Etiketts nach einem winterlichen Genuss werden im Geruch also bestätigt.

Und auch im Geschmack kommt es recht festlich daher. Das Winterfestbier hat eine schöne Bitternote, ist sehr vollmundig, und wird am Ende süßlich-malzig. Im Nachgang macht es mit leichtem Roggenbrotgeschmack, passend zur Farbe, noch einen starken Punkt. Eine sehr schöne Kombination der Aromen, die sich auch erst im zeitlichen Verlauf zeigen und wieder verstecken. Sehr gelungen. Das Bier ist wenig süffig, kommt etwas gediegen daher. aber trotz der vielen Aromen wird es nicht aufdringlich, sondern bleibt eher dezent im Hintergrund. Es regt sehr zum längeren Schmecken an. Passend zur Jahreszeit ist es wenig rezent und eher säurearm. Auch ist es nur mäßig mit Kohlensäure versetzt. Alles in allem ist es nicht vordergründig weihnachtlich, aber dennoch bodenständig festlich. Ein gutes Bier für einen ruhigen Abend am Ofen oder im Lesesessel. Auf jeden Fall sollte man sich Zeit lassen, die Aromen zu entdecken. Nicht nur ein leckeres Bier, sondern auch ein guter Start für diese Seite.