Adventskalender 23 – Camba Bavaria Ei Pi Ai

Irgendwie bin ich ein bisschen froh, dass der mittlerweile letztjährige Adventskalender nun “abgearbeitet” ist. Ein Adventskalender nur mit IPAs ist auf Dauer doch etwas eintönig. Langweilig will ich es nicht nennen, denn schließlich haben viele IPAs (wenn auch kleine) Unterschiede. Auf die Dauer gesehen sind es aber doch alles IPAs. Ein schöner Bock zwischendurch oder ein Stout oder mal was mir noch gänzlich Unbekanntes wie ein Lambic oder eine Gose hätten allerdings für etwas Auflockerung und frischen Wind gesorgt. Aber beklagen will ich mich auch nicht, schließlich ist der Adventskalender nicht von Himmel gefallen.

Camba Bavaria - Ei Pi AiIronie des ganzen: In der letzten Flasche steckt das Ei Pi Ai von Camba Bavaria. Wenn das mal kein standesgemäßer Abschied ist. Das Imperial IPA ist in der Craftbier-typischen 0,33l Longneckflasche mit dem Camba-typischen Etikettendesign verpackt. Es hat eine, wenn ich die letzten Wochen Revue passieren lasse, ungewöhnlich helle, orangegoldene Farbe. Es sprudelt kräftig in der klaren Flüssigkeit. Ich habe wegen der Erfahrungen in den letzten Tagen beim Eingießen Vorsicht walten lassen und hoffe nun, dass es noch genug Verperlung bis zum Antrunk schafft. Der leicht getönte Schaum ist sehr stabil und von mittelgrober Struktur.

Der IPA-typische fruchtige Geruch ist vorhanden. Citrus, aber auch Beerenaroma sowie eine leichte Alkoholnote und der Eindruck von Bittere sind erkennbar. Der Antrunk ist überraschender Weise so gerade noch rezent zu nennen. Denn auch wenn es munter im Glas sprudelt, im Mund stellt sich ein eher stilles Gefühl ein. Zusammen mit der eher mäßig vorhandenen Säure kann man das Bier gerade noch frisch nennen. Im Körper dominieren kräuterige Aromen, hin und wieder meine ich den Geschmack von Kaugummi auszumachen. Auch eine sehr dezente Alkoholnote blitzt gelegentlich durch. Bei 8% Alkohol geht das aber durchaus in Ordnung. Der Abgang ist wenig überraschen schön bitter (62 IBU) und astringierend, was zur öligen Textur passt. Die Bittere setzt sich auf der Zunge ab. Das Aroma ist allerdings weniger fruchtig als vielmehr würzig.

Als letzte Flasche aus dem diesjährigen Adventskalender hat es das Camba Bvaria sicher schwerer als die erste Flasche. Denn nach gefühlten 2 Monaten nur mit IPAs kann ich diesem Bierstil gerade einfach nicht mehr so viel spektakuläres abgewinnen. Und so fällt auch mein Fazit für das Ei Pi Ai nur mittelmäßig aus. Man kann dem Brauer nicht vorwerfen, dass er irgendetwas falsch gemacht habe. Aber es gibt einfach keine Besonderheit, sodass das Ei Pi Ai nur ein IPA unter vielen ist. Trinkbar in der kräuterigen Richtung. Nicht mehr und nicht weniger.

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Adventskalender 1 – Camba Bavaria German IPA

Wie schnell die Zeit doch vergeht! Es ist schon wieder Adventszeit. Und netterweise ist auch schon wieder Zeit für einen neuen Bieradventskalender. Aus Gründen mit Lücken. Aber dazu später mehr. Mit dem Adventskalender feiert auch dieses Blog seinen ersten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch für das nächste Jahr. Es wird, auch aus Gründen, wahrscheinlich etwas ruhiger werden, aber das konnte man ja auch schon in der letzten Zeit beobachten.

Wie dem auch sei, ich werde versuchen, den Adventskalender termingerecht zu leeren, fürchte aber, dass das nicht immer passen wird. Man stellt sich das Schreiben eines Blogbeitrags über ein Bier anfänglich recht leicht vor, allerdings steckt doch mehr dahinter, als es den Anschein hat. Daher bin ich immer wieder begeistert von der Kontinuität, die manche Kollegen an den Tag legen. Als Extrembeispiel sei hier nur Bier des Tages erwähnt, wo Norbert jeden Tag ein fränkisches Bier vorstellt. Jeden Tag. Seit über 1800 Tagen. Wahnsinn! Zum einen, weil es in Franken so viele verschiedene Biere gibt, aber auch, weil man diese verschiedenen Biere nicht nur jeden Tag trinken und beschreiben, sondern auch finden muss. Und zu allem Überfluss schreibt Norbert auch oft etwas über die Geschichte des Bieres oder der Brauerei. Dieses Wissen fällt einem ja auch nicht vor die Füße.

Aber es gibt auch andere, die sehr aktiv sind, wenn es um das Teilen von Erfahrungen geht. Ich denke dabei vor allem an usoX und Hopfen-Craft. Aber Inhalt dieses Beitrags soll kein Name Dropping von Bierblogs werden. Die erste Flasche aus dem Adventskalender ist eigentlich der Hauptdarsteller. Also Vorhang auf.

Auf: Camba Bavaria German IPA.Camba Bavaria German IPA
Kostüm: 0,3l Longneck-Flasche mit grün gehaltenen Etiketten. Darauf ein schwarz-grün-weißes Negativ eines Menschen, erinnert ein wenig an Blair Witch Project. Das Bier selbst ist bernsteinfarben, sprudelig, mit viel feinem, leicht getönten Schaum. Es riecht intensiv hopfig mit dem Aroma von Mandarinen.
Der Geschmack trifft leider nicht die Erscheinung. Der Antrunk fällt wenig rezent aus. Zwar ist das Bier etwas sauer, durch die ölige Textur stellt sich aber der Eindruck ein, das Bier habe keine Kohlensäure und sei eher süß. Der Körper bleibt dann stiltypisch schmal mit leichter Kräuternote, um dann ich einem bitteren Abgang zu enden. Leider kommen hier eher kräuterige Aromen um Vorschein. Die auf dem Flaschenhals versprochenen Aromen von Mandarinen, Ananas und Marillen finde ich nicht. Dafür aber eine recht präsente Alkoholnote. Bei 6,5% Alkohol aus 15,5% Stammwürze aber auch irgendwie nicht verwunderlich.

Ich mag es ja gern bitter, aber dieses Bier ist mir ein wenig zu sehr “in your face”.

Ab: Camba Bavaria German IPA

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