Adventskalender 15 – Riedenburger Festbier

An der falschen Position 15 und sowieso zu spät fand ich heute das Riedenburger Festbier im Bieradventskalender. An der falschen Position deshalb, weil die Flasche mit einem Nikolaus auf dem Etikett verziert ist. Daher hätte wohl eher das sechste Türchen gepasst. Aber man will ja nicht meckern.
Das Riedenburger Festbier ist das zweite Festbier (neben dem Viva Bavaria) aus dem Hause Riedenburger und steht auch in der 0,5l Bügelflasche vor mir. Mit einem Alkoholgehalt von 5,5 Volumenprozent ist es geringfügig stärker als das Durchschnittsbier, aber für ein Festbier scheint es ja üblich, etwas mehr Stammwürze zu verwenden. Es wird nur zur Weihnachtszeit eingebraut. Leider, wie man sagen muss.

Riedenburger FestbierDas Festbier wird aus den klassischen Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe gebraut und ist, wie gewöhnlich für ein Bier aus dem Hause Riedenburger, Bio. Es ist naturtrüb, zeigt sich allerdings bis auf einige Schwebteilchen recht klar im Glas. Die braune Farbe und der malzig-süße Geruch deuten auf ein eher schweres, süßes Bier hin. Allerdings sind auch florale Hopfennoten erkennbar und auch etwas fruchtiges kommt durch, ich meine Banane gerochen zu haben.

Im Antrunk zeigt es sich wenig rezent, nur leicht sauer und mit wenig Kohlensäure. Allerdings ist der malzige Körper viel weniger süß als erwartet. Statt dessen sind im recht schmalen Körper Branntweinaromen erkennbar und auch leichte Nussnuancen schmecke ich. Im Abgang kommt eine leichte Bittere mit einem leckeren Hopfenarome, welches recht lang anhält. Der recht schmale Körper will nicht so recht zum malzigen Geruch passen, aber aus meiner Sicht tut dies dem Bier eher gut.

Zusammengefasst haben wir hier also ein wenig süßes Bier, das viele leckere Aromen, aber keine aromatischen Ausreißer enthält. Insgesamt sehr lecker und recht süffig. Man sollte also die raren Gelegenheiten, wenn das Bier verfügbar ist, nutzen und sich ein paar Flaschen auf Halde legen. Alt werden sie dort bestimmt nicht.

Adventskalender 3 – Riedenburger Viva Bavaria

Ein neuer Tag, eine neue Flasche. Im dritten Fach der Adventsbierkiste befand sich ein weiteres bayrisches Festbier, nämlich das Viva Bavaria von der Riedenburger Brauerei aus dem schönen Altmühltal. Es steckt, wie bei Biobieren kleinerer Brauereien oftmals der Fall, in einer 0,5l Bügelflasche. Auf dem Etikett ist eine Szene eines zünftigen bayrischen Volksfests abgebildet. Personen in Tracht tanzen unter einem Festbaum und sitzen neben einem Getreidefeld. Ein stimmiges Bild für ein Festbier. Man könnte es aber auch wildromantisch nennen. Wie auch immer. Das Festbier wurde mit 13,5% Stammwürze angesetzt und hat einen Alkoholgehalt von 5,5% vol.

Riedenburger Viva BavariaIm Glas zeigt sich das ungefilterte Bier von seiner besten Seite. Ein sehr schöner Bernsteinton, der schon leicht ins rötliche geht. Wenig Kohlensäure, aber ein schöner, recht feiner Schaum, der sich auch etwas hält.

Im Geruch kommt es primär malzig und fruchtig daher, erst sekundär kann man eine, dann aber klare, Hopfennote erkennen. Im Antrunk ist das Viva Bavaria sehr frisch. Es hat einen ausgewogenen, aber trotzdem recht flachen, dezent süßen Körper, der aus wenigen verschiedenen Aromen besteht. Mir fällt es schwer, hier eindeutige Assoziationen herzustellen. Eine recht ungewöhnlich Assoziation zu einem Aroma ist Laubholz. Es erinnert mich tatsächlich etwas an den Saft von Buchen. Daneben ist es aber auch etwas malzig, was sich jedoch nicht auf den ersten Schluck erschließt. Vielleicht liegt das an der Verwendung von Emmermalz, also einer Urform des Weizen. Interessanter Weise ist dies nicht auf dem Etikett verzeichnet, sondern nur auf der Homepage zum Bier nachzulesen. Da werde ich wohl mal nachfragen, was denn nun stimmt. Nichtsdestotrotz ist das Vollbier wenig schwerfällig, sondern eher leicht und erfrischend. Für ein Festbier eher selten. Im Nachgang ist es etwas hopfenbitter und auch ein wenig sauer, was ich jedoch nicht als aufdringlich, sondern eher als angenehm empfinde. Alles in allem ist es sehr süffig und lecker. Eher ein Bier für die warmen Monate. Trotzdem gefällt es mit mit jedem Schluck besser und ich bin fast traurig, dass es immer nur eine Flasche im Adventskalender gibt. Schade, aber es wird nicht unsere letzte Begegnung sein.

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier im Glas mit Flasche

Adventskalender 1 – Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier

Der erste Post dieses neuen Blogs handelt von dem, was hinter dem ersten Türchen versteckt war. Was das hier alles soll, warum ich das mache, was ich damit vorhabe, was Humulon ist, all das werde ich im Laufe der Zeit erzählen. Aber beginnen möchte ich mit dem Bieradventskalender, der mir dieses Jahr geschenkt wurde. Eine super Idee, und ich freue mich riesig auf die noch kommenden 23 Flaschen. Aber nun geht’s los mit Flasche Nummer 1.

Im ersten Fach des Bieradventskalenders verbarg sich das Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier. Es kommt in der Euro-Flasche, die ich persönlich sehr schätze, mit einem winterlich aufgemachten Etikett, welches laut Hersteller eine winterliche Szene vor dem Neumarkter Rathaus zeigt. Sieht also schon mal festlich aus. Das Biobier aus Bayern hat einen Alkoholgehalt von 5,6% vol., der aus 13,6% Stammwürze herrührt. Nun also den Inhalt in’s Glas und testen, wie das Vollbier die übrigen Sinne zu überzeugen versucht.

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier im Glas mit Flasche

Neumarkter Lammsbräu Winterfestbier

Ausgeschenkt hat man ein klares, intensiv bernsteinfarbenes Bier vor sich. Der Schaum ist recht grob und nicht von langer Haltbarkeit, ebenfalls leicht bräunlich. Der Geruch erinnert mich an Branntwein, sekundär sehr malzig. Bereits hier drängt sich der Eindruck auf, dass das Bier eine Vielzahl von Aromen bereithält, die den Eindruck erwecken, in der kalten Jahreszeit zu Hause zu sein. Die Versprechungen des Etiketts nach einem winterlichen Genuss werden im Geruch also bestätigt.

Und auch im Geschmack kommt es recht festlich daher. Das Winterfestbier hat eine schöne Bitternote, ist sehr vollmundig, und wird am Ende süßlich-malzig. Im Nachgang macht es mit leichtem Roggenbrotgeschmack, passend zur Farbe, noch einen starken Punkt. Eine sehr schöne Kombination der Aromen, die sich auch erst im zeitlichen Verlauf zeigen und wieder verstecken. Sehr gelungen. Das Bier ist wenig süffig, kommt etwas gediegen daher. aber trotz der vielen Aromen wird es nicht aufdringlich, sondern bleibt eher dezent im Hintergrund. Es regt sehr zum längeren Schmecken an. Passend zur Jahreszeit ist es wenig rezent und eher säurearm. Auch ist es nur mäßig mit Kohlensäure versetzt. Alles in allem ist es nicht vordergründig weihnachtlich, aber dennoch bodenständig festlich. Ein gutes Bier für einen ruhigen Abend am Ofen oder im Lesesessel. Auf jeden Fall sollte man sich Zeit lassen, die Aromen zu entdecken. Nicht nur ein leckeres Bier, sondern auch ein guter Start für diese Seite.