Adventskalender 23 – Camba Bavaria Ei Pi Ai

Irgendwie bin ich ein bisschen froh, dass der mittlerweile letztjährige Adventskalender nun “abgearbeitet” ist. Ein Adventskalender nur mit IPAs ist auf Dauer doch etwas eintönig. Langweilig will ich es nicht nennen, denn schließlich haben viele IPAs (wenn auch kleine) Unterschiede. Auf die Dauer gesehen sind es aber doch alles IPAs. Ein schöner Bock zwischendurch oder ein Stout oder mal was mir noch gänzlich Unbekanntes wie ein Lambic oder eine Gose hätten allerdings für etwas Auflockerung und frischen Wind gesorgt. Aber beklagen will ich mich auch nicht, schließlich ist der Adventskalender nicht von Himmel gefallen.

Camba Bavaria - Ei Pi AiIronie des ganzen: In der letzten Flasche steckt das Ei Pi Ai von Camba Bavaria. Wenn das mal kein standesgemäßer Abschied ist. Das Imperial IPA ist in der Craftbier-typischen 0,33l Longneckflasche mit dem Camba-typischen Etikettendesign verpackt. Es hat eine, wenn ich die letzten Wochen Revue passieren lasse, ungewöhnlich helle, orangegoldene Farbe. Es sprudelt kräftig in der klaren Flüssigkeit. Ich habe wegen der Erfahrungen in den letzten Tagen beim Eingießen Vorsicht walten lassen und hoffe nun, dass es noch genug Verperlung bis zum Antrunk schafft. Der leicht getönte Schaum ist sehr stabil und von mittelgrober Struktur.

Der IPA-typische fruchtige Geruch ist vorhanden. Citrus, aber auch Beerenaroma sowie eine leichte Alkoholnote und der Eindruck von Bittere sind erkennbar. Der Antrunk ist überraschender Weise so gerade noch rezent zu nennen. Denn auch wenn es munter im Glas sprudelt, im Mund stellt sich ein eher stilles Gefühl ein. Zusammen mit der eher mäßig vorhandenen Säure kann man das Bier gerade noch frisch nennen. Im Körper dominieren kräuterige Aromen, hin und wieder meine ich den Geschmack von Kaugummi auszumachen. Auch eine sehr dezente Alkoholnote blitzt gelegentlich durch. Bei 8% Alkohol geht das aber durchaus in Ordnung. Der Abgang ist wenig überraschen schön bitter (62 IBU) und astringierend, was zur öligen Textur passt. Die Bittere setzt sich auf der Zunge ab. Das Aroma ist allerdings weniger fruchtig als vielmehr würzig.

Als letzte Flasche aus dem diesjährigen Adventskalender hat es das Camba Bvaria sicher schwerer als die erste Flasche. Denn nach gefühlten 2 Monaten nur mit IPAs kann ich diesem Bierstil gerade einfach nicht mehr so viel spektakuläres abgewinnen. Und so fällt auch mein Fazit für das Ei Pi Ai nur mittelmäßig aus. Man kann dem Brauer nicht vorwerfen, dass er irgendetwas falsch gemacht habe. Aber es gibt einfach keine Besonderheit, sodass das Ei Pi Ai nur ein IPA unter vielen ist. Trinkbar in der kräuterigen Richtung. Nicht mehr und nicht weniger.

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Adventskalender 22 – Anchor IPA

Nach etwas längerer Pause habe ich heute eine der letzten Flaschen des nunmehr letztjährigen Adventskalenders geöffnet. Und es erwartete mich eine schöne Überraschung. Denn das heute Bier ist kein geringeres als das Anchor IPA der Anchor Brewing Company aus San Francisco. In dieser Brauerei wurde 1965 der Grundstein der Craftbeer-Bewegung gelegt. Aus finanziellen Grünen sollte die 1860 von deutschen Einwanderern gegründete Brauerei geschlossen werden. Einer ihrer Fans, dem gut situierten Anwaltssohn Frederick Louis Maytag III., konnte sich mit dem drohenden Ende seines heiß geliebten Anchor Steam Beers nicht anfreunden und erwarb kurzerhand 51% der Brauerei. Nun ist zwar das IPA erstaunlicher Weise erst seit 2014 im Sortiment (manchmal bekommt man ja den Eindruck, dass die Craftbeer-Szene nur IPA trinkt), nichtsdestotrotz profitiert das Bier natürlich durch seinen Namen. Hier muss man daher besonders aufpassen, nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Anchor IPADie Flasche ist ein Zwischending zwischen der bauchigen Euro- und der schlanken Longneck-Flasche und fasst 335ml. Auf dem Kronkorken ist dankenswerter Weise der Hinweis angebracht, dass man doch einen Öffner verwenden soll. Die Amerikaner scheinen da wohl recht unkreativ zu sein, obwohl es dort ja mannigfaltige Möglichkeiten gibt. Die Gestaltung des Etiketts erinnert mich mit dem handgemalten Elefanten etwas an Doldensud. Warum allerdings der Anker, das Markenzeichen der Brauerei, auf eine Decke gestickt ist, die dem Elefanten über den Rücken gelegt wurde, ist mir nicht ganz klar. Aber glücklicherweise muss ein Bier hauptsächlich in der Flasche schlüssig sein. Dafür kann man die interessante Geschichte, warum der Elefant auf der Flasche ist, auf der Webseite des Bieres nachlesen.

Mit 6,5% Alkohol ist das Bier im Rahmen des Üblichen. Es ist recht dunkel, bernsteinfarben, fast braun, aber klar, wird von massivem Schaum gekrönt und sprudelt ordentlich. Es riecht fruchtig, nach den üblichen Zitrusaromen, aber auch grüne Früchte und eine leichte Bittere sind erkennbar.

Im Antrunk ist es zwar eher rezent, aber nur auf Grund einer guten Portion Säure. Die Verperlung hält sich doch sehr im Hintergrund, was allerdings angesichts der Schaumkrone auch nicht ganz verwunderlich ist. Der Körper beginnt schon bitter, hat auch die üblichen Fruchtaromen, vor allem von grünen Äpfeln. Auch meine ich eine ganz leichte Alkohol- sowie Karamellnote auszumachen. Die Fruchtaromen tragen schön über in den langen, bitteren, trockenen Abgang, der wahrscheinlich sehr durch das Dryhopping mit 5 verschiedenen Hopfensorten profitiert. Aber auch diese Komposition ist sehr gelungen.

Zusammenfassung: Das Anchor IPA aus dem Westen der USA ist ein sehr leckeres IPA, das man unbedingt mal probieren sollte. Die Bittere kann schon einiges, ist aber noch so dosiert, dass auch Liebhaber andere Bierstile mal kosten können. Die Komposition ist gelungen. Keine hervorstechenden Aromen, dafür aber ein balancierter Körper und ein sehr gut komponierter Abgang. Einzig die etwas flaue Karbonisierung gefällt mir nicht so. Das könnte man aber auch durch vorsichtigeres Eingießen korrigieren.

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Adventskalender 21 – Braukunstkeller Laguna

In der Flasche mit der Nummer 21 verbirgt sich das Laguna aus dem Braukunstkeller. Meine erste Bekanntschaft mit dieser Brauerei habe ich ja mit dem Amarsi in Hamburg im Galopper des Jahres gemacht. Und nun, ein halbes Jahr später, habe ich die erste Flasche dieser Brauerei aus dem Odenwald zur Verkostung vor mir stehen. Zwar hat mich das Amarsi nicht so begeistert, trotzdem freue ich mich doch sehr auf das Laguna, denn auch wenn mich die Aromen des Amarsi etwas abgeschreckt haben, war doch zu erkennen, dass das Bier in sich stimmig war. Ich habe daher die Hoffnung, auch jetzt wieder ein schön abgestimmtes und geschickt hergestelltes Bier zu trinken.

Braukunstkeller - LagunaOrange-braun ist das India Pale Ale, das aus der 0,33l Longneck-Flasche ins Glas rinnt. Die Flasche ist im typisch schlichten Design des Braukunstkeller gehalten. Oben das Logo auf weißen Etikett, darunter der Name mit ein paar Zusatzinformationen. Nicht übertrieben, dafür aber stilvoll. Das Bier ist trüb und es steigen recht wenige Gasbläschen auf. Der immense Schaum, der sich recht lang hält, ist mittelgrob und leicht bräunlich getönt.

Das Bier hat ein leicht erkennbares Citrusaroma und auch ein etwas komplexeres Fruchtaroma ist erkennbar. Nach mehrmaligem Riechen habe ich auch eine sehr leichte Alkoholnote erkannt. Bei 6,1% fast schon etwas verwunderlich. Im Antrunk ist das Bier überraschend frisch. Zwar ist die Verperlung, wie schon an Hand der Beobachtung erwartet, eher mäßig ausgeprägt, dafür besticht das Bier durch angenehm viel Säure. Bereits hier setzt die Bittere ein, die ihren 68 IBU auch alle Ehre macht. Sie trägt über den wässrigen Körper hinweg, um sich dann mit einem Fruchtaroma zu verbinden. Mir fehlt ein wenig die Idee, um welche Frucht es sich handeln könnte, daher habe ich mal ein wenig bei den einschlägigen Bierportalen gelinst und bin zu dem Schluss gekommen, dass Grapefruit wohl für mich am besten passt. Sauer, bitter, aber trotzdem fruchtig. Und so ist eigentlich auch das Bier. Allerdings sollte man es gut gekühlt trinken. Je wärmer es wird, desto stärker tritt die Alkoholnote in den Vordergrund.

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Adventskalender 19 – Crew Republic 7:45 Escalation

Das 19. Bier im Adventskalender ist erneut von der Münchener Brauerei CREW AleWerkstatt, die ihre Biere unter dem Namen Crew Republic vertreibt. Vor einiger Zeit hatte ich ja schon das Drunken Sailor beschrieben, dieses Mal handelt es sich um ein Double IPA, das auf den etwas sperrigen Namen 7:45 Escalation hört. Auch hier befindet sich auf dem Rückenetikett die Erklärung zum Namen: Das Bier ist all denen gewidmet, die um 7:45 als letzter Rest aus der Kneipe gefegt werden sollen, aber überhaupt noch keine Lust haben, die Heimreise anzutreten und statt dessen lieber weiter feiern wollen. Allein, aber wen kümmert’s. Mir persönlich ist niemand bekannt, auf den diese Beschreibung zutrifft, aber das kann auch am ländlichen Umfeld liegen.

Crew Republic - 7:45 EscalationNun zum Bier. Das 7:45 Escalation wurde, wie heute fast alle Biere, in eine 0,33l Longneck-Flasche abgefüllt. Der Kronkorken trägt das Logo des Bieres, in unserem Fall also einen Blitz. Dieser findet sich auch auf dem Halsetikett der Flasche wieder. Insgesamt folgt die Flasche dem Corporate Design von Crew Republic.

Im Glas ist es orange-braun mit viel getönten Schaum, der sich etwas hält. Die überdurchschnittliche Verperlung ist bei schlechter Beleuchtung nicht sehr gut zu erkennen, da das Bier sehr trüb ist. Bereits jetzt lässt sich eine trockene Bittere vermuten, denn das Bier riecht stark danach. Bei den angegebenen 83 IBU allerdings auch keine Überraschung. Auch eine ganz dezente Alkoholnote ist erkennbar, was mich etwas erstaunt. Ich hatte bei 8,3% Alkohol hier doch etwas mehr erwartet.

Sehr schön gefällt mir, dass sich die Alkoholnote nicht im Geschmack wiederfindet. Nicht so schön hingegen gefällt mir der Antrunk. Zwar ist eine gute Portion Säure vorhanden, allerdings kommt nur sehr wenig Verperlung durch, sodass das Bier nicht sehr frisch wirkt. Das gleiche hatte ich ja auch schon beim Drunken Sailor beobachtet. Vielleicht gehört das zum Stil von Crew Republic. Sehr schön dagegen finde ich, dass sich der Hopfen schon im Antrunk mit einer schönen Bittere bemerkbar macht. Die zieht sich durch den schmalen, wässrigen Körper durch, um dann in einer lang anhaltenden, erwarteten, trockenen Bittere zu enden. Dafür, dass ich Simcoe und Amarillo eigentlich gar nicht so mag, bin ich doch sehr begeistert. Die beiden Hopfen mit ihren für mich recht gewöhnungsbedürftigen Aromen sind hier zusammen mit Columbus und Chinook zu einer sehr ansprechenden Kombination verwoben, die ich sehr gelungen finde.

Fazit: Trotz gefürchteter Hopfensorten und viel Alkohol haben die Münchener hier ein leckeres Double IPA gezaubert. Einzig der etwas wässrige Körper dämpft mein Urteil, wenn auch nur geringfügig.

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 14 – Brewdog Punk IPA

Ich bin mir echt nicht sicher, was mit meinen Geschmacksknospen los ist. Flasche 14 (ja, es gibt Löcher im Kalender, aus Gründen) ist wieder ein IPA der schottischen Brauerei Brewdog. Das Punk IPA hatte ich neulich im Hamburg schon mal getrunken. Dort schmeckte es zwar nicht hervorragend, allerdings habe ich auch keine überaus negative Bewertung geschrieben. Umso erstaunter bin ich nun, dass mir die aktuelle 0,33 l Flasche so gar nicht zusagen will. Ich fühle mich viel mehr an das letzte Brewdog-Desaster erinnert, als ich das Dead Pony Club nach wenigen Schlucken entsorgen musste. Damals dachte ich ja noch, die Flasche wäre vielleicht irgendwie schlecht, umgekippt, was weiß ich. Aber der Geschmack des Punk IPA geht auch schon wieder in diese Richtung. Entweder sind also mehrere Flaschen von Brewdog schlecht (vielleicht haben sie die lange Reise von Schottland nach Hamburg und dann in die westfälische Provinz nicht überstanden) oder meine Geschmacksknospen haben sich seit Hamburg soweit verändert, dass ich die Biere komplett anders bewerte.

Brewdog - Punk IPAInteressant ist hierbei auch, dass sich mein Bier fundamental von dem Bier anderer Leute, die Punk IPA getrunken haben, unterscheidet. Auf bierbasis.de lese ich von bernsteinfarbenem Bier, andere sagen, ihres wäre orange. Wenn ich mir mein Glas so anschaue, fällt mir da eher fahlgelb ein. Auf ratebeer.com sind dann auch verschiedene Versionen des Punk IPA aufgelistet, einmal mit 6% Alkohol, einmal mit 5,6% wie das meine, und dann gibt es noch ein Punk IPA Speyside. Wie auch immer. Ich habe die 5,6%-Version mit dem vertikalen Schriftzug.

Also kurz zum nicht ganz so leckeren Bier: Das Bier ist fahlgelb, bildet mittelgroben, weißen Schaum aus, der nicht sehr stabil ist. Es riecht nach Mango und Kräutern. Im Antrunk wegen fehlender Verperlung wenig rezent, eine gute Säure rettet, was noch zu retten ist. Der Körper schmeckt bei wässriger Textur undefinierbar (ob das wohl Pinie ist, wie viele andere schreiben?), im Nachgang wird es etwas bitter. Die 35 IBU können halt nix reißen.

Was soll ich abschließend dazu sagen? Ich glaube, ich habe ein Problem mit Simcoe-Hopfen. Aber das ist nur eine Vermutung. Ich werde das weiter verfolgen.

Was sagen die Anderen:

Adventskalender 10 – Rouge Yellow Snow IPA

Yellow Snow erweckt bei mir eine Assoziation, die ich mit Getränken erst in Verbindung bringen möchte, wenn sie meinen Körper bereits wieder verlassen haben. So negativ dieser erste Gedanke ausfällt, desto besser der zweite. Denn das Bier steckt in einer Flasche mit einem echt coolen Design. Ein rot gekleideter Typ mit Schutzbrille und einem eher gefährlich aussehenden Hund im Arm reckt die Faust nach oben. Zusammen mit dem roten Stern im Schriftzug erinnert mich das etwas an Darstellungen von Kommunisten aus der Zeit des kalten Kriegs. Dazu passt auch der kleine Spruch Together We Can Do It. Schaut man sich auf der Website der 1988 gegründeten Brauerei aus Newport, Oregon, etwas um, fällt auf, dass diese Thema das komplette Design der Marke Rouge bestimmt. Alle Erzeugnisse der Brauerei sind im kommunistischen Kampfdesign gehalten, und das sind nicht wenige, denn die Brauerei stellt neben Bier auch Spirits her, also Whiskey, Vodka, Gin etc. Entweder ist man dort extrem experimentierfreudig und hat ein wirklich gutes Händchen für Getränke aller Art, oder man weiß schlicht nicht, was man kann und versucht daher alles, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Da es die Brauerei bereits seit fast 30 Jahren gibt, nehme ich an, dass man dort ein gutes Händchen hat. Andernfalls wäre man auf dem umkämpften amerikanischen Markt wohl schon verschwunden.

Rouge - Yellow Snow IPAAlso wollen wir uns das hoffentlich vortreffliche Erzeugnis in der 650! ml Flasche mal vornehmen. Das Bier ist klar, leicht sprudelig und erinnert farblich wie die meisten American IPAs an Bernstein. Laut Etikett hat das Bier 14° auf der Lovibond-Skala, die mir bisher völlig unbekannt war. Der Schaum ist leicht getönt, mittelgrob und massiv. Er hält auch recht lang an. Man erschnüffelt fruchtige Noten von Beeren, aber auch eine Alkoholnote ist vorhanden. Das verwundert mich etwas, denn das Bier enthält “nur” 6,6 % Alkohol aus 16° Stammwürze.

Auch geschmacklich gibt das IPA einige Rätsel auf. Es riecht nach Alkohol, hatte aber nur 16° Plato und ist dabei auch noch süß. Denn rezent ist der Antrunk nicht. Es fehlt Säure und auch die Spundung ist nicht sehr üppig. Dafür starten direkt die beerigen Noten des Hopfens mit einer angenehmen Bittere durch. Der Körper fällt durch die ölige Textur auf, die gepaart mit den kräftigen Kräuteraromen den geschmacklichen Fokus zumindest kurzzeitig vom Hopfen weg lenkt. Aber bereits nach kurzer Zeit tritt der Hopfen wieder in den Vordergrund, wenn auch nicht sehr präsent. Dafür, dass das Bier 82 IBU haben soll, fällt es für meine Begriffe erstaunlich wenig bitter aus. Aber vielleicht ist das auch der öligen Textur geschuldet, die eventuell das Mundgefühl einer trockenen Bittere verhindert. Was mir in diesem Zusammenhang die Angabe von 81% AA (Alpha Acid) sagen soll, konnte ich noch nicht herausfinden.

Fazit: Ein recht süßes, unerwartet unbitteres, leckeres, wenn auch nicht herausragendes IPA mit Aromen von Beeren und Kräutern. Aber zumindest das Flaschendesign ist herausragend.

Was schreiben die Anderen: Nix!

Adventskalender 8 – Crew Republic Drunken Sailor

Nach einer kurzen Pause und mit etwas Rückstand habe ich gestern eine neue Flasche aus dem Bieradventskalender geöffnet. Wenig überraschend war es wieder ein IPA :) Dieses mal das Drunken Sailor von der Münchener Brauerei Crew Republik. Zumindest der Name ist wahrscheinlich den meisten schon mal untergekommen, denn das erst 2011 gegründete Unternehmen hat schon einige Preise eingefahren, unter anderem 2015 den European Beer Star in Bronze für das Drunken Sailor.

Crew Republic - Drunken SailorDas Drunken Sailor kommt in einer 0,33l Longneck-Flasche. Das Etikett ist stilsicher mit nautischen Elementen gestaltet. Auf der Rückseite befindet sich ähnlich zum Dolden Sud eine kleine Geschichte über das Drunken Sailor. Außerdem sind die Inhaltsstoffe klar deklariert. So kommen Pilsener, Münchner und Karamellmalz zum Einsatz. Auch mit Hopfen wurde nicht gegeizt. Neben den üblichen Verdächtigen Citra und Cascade wurden auch Simcoe und Herkules verwendet. Das lässt auf eine Fülle an Aromen hoffen.

In’s Glas rinnt eine bernsteinfarbene, trübe Flüssigkeit mit mittlerer Verperlung. Es gibt etwas getönten, mittelgroben Schaum, der nicht lange hält. Auch mit Geruchsnoten hält sich das Bier aus München zurück. Ich erkenne leichte Zitrusnoten und auch ein Eindruck von Mango, insgesamt also erwartet fruchtig, wenn auch eher dezent.

Der Antrunk ist leicht rezent. Eine angenehme Säure gleicht hier die etwas flache Verperlung aus. Die Textur ist eher wässrig. Bei der Anzahl verschiedener Hopfen hatte ich es etwas öliger erwartet. Allerdings passt die Textur gut zum schmalen Körper. Dieser ist bis auf eine leichte Kräuternote nicht wahrnehmbar. Leider bleibt auch der Hopfen geschmacklich sehr im Hintergrund. Im Nachgang ist zwar eine deutlich trockene Bittere zu spüren, von den fruchtigen Aromen bleibt jedoch zu wenig übrig. Auch fällt die Bittere für meinen persönlichen Eindruck nicht so stark aus wie es die angegebenen 58 IBU vermitteln.

Wie lässt sich das Drunken Sailor also beschreiben? Eigentlich ein leckeres IPA, das dezent mit den Aromen spielt. Die 6,4 % Alkohol sind geschmacklich nicht relevant, dafür könnte der Hopfen relevanter sein. Nichtsdestotrotz ein lecker leichtes Bier.

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 7 – Anderson Valley Heelch O’Hops Imperial IPA

Zwischendurch mal ein Schnellbericht, der irgendwie liegen geblieben ist. Flasche 7 beinhaltet das Heelch O’Hops Imperial IPA von der Anderson Valley Brauerei aus Boonville, California. Dort wird in alten deutschen Kupferkesseln gebraut, die die Brauer bei einem Trip to good old germany aus einer alten Brauerei gerettet haben. Das Imperial IPA ist bernsteinfarben, bildet viel leicht getönten Schaum aus, der sich lange hält. Das Bier ist trüb und leicht sprudelig. Es riecht nach Fruchtbonbons und erinnert mich an Campinos (oder war das der Sänger der Toten Hosen und die Bonbons hießen anders?).

Anderson Valley - Heelch O'HopsIm Antrunk rezent, leichte Säure und gute Verperlung. Dann macht sich die Alkoholnote bemerkar, die sich in einer würzigen Caramellnore verliert. Wenig bitter.

Was sagen die Anderen:

Adventskalender 4 – Brauhaus Gusswerk Nicobar

Hinter dem dritten Türchen befand sich ein alter Bekannter, nämlich der Aufwind von Propeller. Dieses IPA hatte ich schon vor einiger Zeit im Glas und auch hier im Blog mit einem Eintrag gewürdigt. Daher habe ich mir eine Wiederholung gespart und einfach mal ein Bier getrunken, ohne darüber zu schreiben. Ist auch mal ganz entspannend.

Tür 4 hatte dann aber wieder etwas Neues zu bieten. Dort versteckte sich mein erstes Bier aus Österreich, das Nicobar vom Brauhaus Gusswerk. Das Brauhaus Gusswerk gehört auch (wie kürzlich schon Thornbridge) zu den jüngeren Vertretern der Bierbranche. Erst 2007 gegründet, leitet sich der Name vom Ort der Brauerei ab, denn sie steht auf dem Gelände einer ehemaligen Glockengießerei bei Salzburg. Alle Biere tragen das europäische Biosiegel und die verwendeten Zutaten stammen ausschließlich aus Österreich. Namensgeber für das IPA Nicobar ist eine Inselgruppe, die Nikobaren. Denn dorthin war eine Schiffsexpedition unterwegs, um Bier zu Österreichs einziger Kolonie im indischen Ozean zu liefern. So schreibt es zumindest der Hersteller. So passt dann auch das im Stil einer alten Karte gestaltete Etikett. Und natürlich darf der österreichische Bundesadler nicht fehlen, der für alle Etiketten Motiv oder zumindest Beiwerk darstellt. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut und lässt auf liebevoll hergestelltes Bier hoffen. Auch der Umstand, dass die Brauerei pro Monat nur ca. 300hl Bier produziert, lässt auch ehrliches Brauhandwerk hoffen.

Gusswerk NicobarAlso ran an den Inhalt der 0,33l Longneck-Flasche. Der Farbton ist ein dunkles Bernstein, was mich eher an ein Amber Ale als an ein Pale Ale denken lässt. Aber die Farbe scheint ja bei einigen IPAs nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Der feine Schaum ist dementsprechend getönt. Das Bier ist trüb und leicht sprudelig. Es hat eine würzig-bittere Geruchsnote.

Der Antrunk ist verhalten rezent. Die Verperlung ist nicht übermäßig, dafür sorgt eine leichte Säure für Frische. Einen Körper scheint das Bier nicht zu haben, denn direkt nach dem Antrunk kommt eine leichte Alkoholnote in den Vordergrund, die in würzig-bitterem Grapefruitaroma im Abgang endet. Die 6,5% Alkohol aus 14,8° P machen hier tatsächlich mächtig auf dicke Hose. Dafür kommen die 56 IBU für meinen Geschmack nicht voll zur Geltung. Etwas weniger von der für mich sehr ungewohnten und auch wenig begeisternden Alkohol-Grapefruit-Note hätte da sicherlich geholfen. Aber da sind wir ja schon wieder im Bereich des persönlichen Geschmacks. Nichtsdestotrotz eine interessante Komposition, die ich irgendwie nicht wirklich schlecht finden kann, auch wenn sie meinen Geschmack nicht trifft. Probiert es am besten einfach selbst :)

Was schreiben die Anderen:

Adventskalender 2 – Thornbridge Jaipur

Der zweite Tag, die zweite Flasche. Dieses Jahr scheint sich der Adventskalender eindeutig abseits des Mainstream zu bewegen. Denn heute ist kein Krombacher oder König Pilsener im Kalender, sondern ein Thornbridge Jaipur. Dieses IPA von der britischen Insel wird von der mit 10 Jahren recht jungen Thornbridge Brewery hergestellt. Und die hat es in sich. Seit 2005 haben die Biere mehr als 350 Preise gewonnen, darunter auch eine Silbermedaille des Great British Beer Festivals in der Kategorie Strong Ales. Dabei ist es mit 5,9% Alkohol gar nicht übermäßig strong. Allerdings wird es in der 0,5l Longneck-Flasche geliefert, sodass es auf 3 UK-Units kommt.

Das Etikett ist mit Innovation, Passion und Knowledge überschrieben. Und ich kann jetzt schon verraten, dass das in diesem Fall kein leeres Marketinggeschwätz ist. Denn zumindest die Passion schmeckt man deutlich heraus. Und die Innovationskraft erkennt man an den aktuell 14 Biersorten, die die Brauerei im Angebot hat. Was es allerdings mit dem Namen sowie der Statue auf dem Etikett auf sich hat, konnte ich nicht herausfinden.

Thornbridge JaipurIm Glas zeigt sich ein sprudeliges Pale Ale, also ein eher bleiches gelb. Es bildet überdurchschnittlich viel weißen, mittelgroben Schaum aus, der recht stabil ist. De Geruch ist angenehm fruchtig mit erkennbarer Citrusnote. Aber auch andere Fruchtnoten sind erkennbar, jedoch fehlen mir Assoziationen dafür. Auf jeden Fall sind es süße Früchte, vielleicht Mango.

Der Antrunk ist sehr erfrischend. Das Jaipur hat eine angenehme, präsente Säure, die kombiniert mit der Kohlensäure und den fruchtigen Noten sommerlich leicht und frisch daherkommt. Der Körper ist fehlt fast vollständig, dafür kommt im Nachgang eine schöne, wohl dosierte Bittere durch. Diese hält lang an und hinterlässt Eindrücke von fruchtigen und kräuterigen Aromen, ohne jedoch aufdringlich zu werden.

Nach dem Genuss der Flasche ist mir durchaus klar, warum dieses Bier einige Preise eingefahren hat. Da die Brauerei ja scheinbar auch mit ihren anderen Bieren einiges richtig zu machen scheint, muss ich mir das unbedingt mal genauer anschauen. Klare Empfehlung daher, dieses leckere, dezente und erfrischende IPA mal selbst zu probieren. Da braucht man gar nicht noch mehr schreiben…

Was schreiben die Anderen:
Nix. Sollten sie aber!