Riegele BrauManufaktur – Bayerisch Ale 2

Kürzlich war ich im lokal bestsortierten Getränkemarkt, um eine Kiste Doppelbock einer heimischen Brauerei zu erstehen, als ich beim Zahlen auf einige interessante Biere aufmerksam wurde, die neben der Kasse nett aufgebaut waren. Und als ich diese inspizierte und auch direkt noch zwei Sixpacks einpackte, sprach mich der Ladenbesitzer an und wir quatschen kurz übers Bier. Er hatte wohl recht schnell raus, dass ich mich etwas auskenne, denn er packte plötzlich unter den Tresen und holte ein Dreierpack eines Bieres raus, dass ihm ein Vertreten am gleichen Tag da gelassen hatte, holte eine Flasche raus und sagte:

Die schenke ich dir. Du scheinst da mehr von zu verstehen als ich, und die beiden Flaschen reichen noch für meinen Sohn und mich.

Vielen Dank daher an dieser Stelle an den edlen Spender. Wenn ich sicher wüsste, wer es war, würde ich auch einen Link setzen. Beim nächsten Besuch werde ich mal nachfragen. Bei dem geschenkten Bier handelt es sich, wie die Überschrift schon unmissverständlich andeutet, um ein Bayerisch Ale 2 von der Riegele BrauManufaktur. Bei diesem Ale handelt es sich wohl um einen Gemeinschaftssud mit der amerikanischen Sierra Nevada Brewery.

Riegele BrauManufaktur Bayerisch Ale 2Gebraut wurde das Bayerisch Ale 2 mit allerlei Hopfensorten, namentlich Hallerauer Mittelfrüh, Citra, Cascade, Simcoe, Amarillo und Mosaik. Und das riecht man auch. Die fahlgelbe Flüssigkeit verströmt nämlich einen ungeheuer fruchtigen, aber auch bitteren Geruch. Ich würde es Grapefruit nennen, das Etikett sagt eher Aprikose, Maracuja und Pfirsich. Wie auch immer, fruchtig halt. Schön sprudelig mit
mittelgroben, weißen Schaum sieht es schon sehr lecker aus.

Allerdings finde ich den Geschmack nicht ganz so überzeugend. Das Bier ist im Antrunk wenig rezent, da nicht sehr prickelnd. Hier passt das Gaumengefühl nicht zum visuellen Eindruck. Auch der Körper ist sehr schmal, was ich persönlich ja nicht ganz so gern habe. Dafür kommt der Hopfen natürlich sofort voll zur Geltung. Lecker komponiert mit schönen, lang anhaltende Aromen. Ein nettes, leichtes Sommerale mit 5% ABV.

Adventskalender 5 – Brewdog Dead Pony Club

Mit Türchen 5 bin ich leider schnell fertig. Denn ich habe das Brewdog Dead Pony vor mir stehen. Kurz ein paar Eigenschaften: Bernsteinfarben, klar, leicht sprudelig mit getöntem, mittelgroben Schaum. Riecht fruchtig, leicht grasig. Der erste Schluck erschreckt. Wässrige Textur, ganz wenig Kohlensäure, leichte Säure, aber frisch kann man das nicht nennen. Eher vergammelt. Hier ist wohl der Name Programm. Wenn ich mir vorstellen müsste, wie vergammeltes Pony schmeckt, habe ich nun eine Vorstellung.

Brewdog - Dead PonyDieses Bier wird das erste sein, dass ich nicht trinke. Ich habe einige Schlucke versucht, aber es wird nicht besser, sondern bleibt echt eklig. Wenn ich mich im Internet umschaue, drängt sich mir aber der Eindruck auf, dass meine Flasche wohl einfach schlecht ist.

Was schreiben die Anderen:

Die Braubox – Pale Ale

Bei der Suche nach einem Geschenk für einen Kollegen sind wir über die Braubox von den Besserbrauern gestolpert. Nette Aufmachung, moderater Preis von 75€ und alles dabei, was man benötigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Starterkits ist bei der Braubox aber nicht Malzextrakt in Dosen enthalten, welches man dann nur noch mit Wasser anrühren muss, sondern es liegt fertig geschrotetes Malz in der Packung. Man kann (oder muss) also den kompletten Brauprozess durchlaufen. Da ich ja lieber verstehe, was die Dinge im innersten zusammen hält, statt sie als Black Box zu verwenden, habe ich nicht lange gefackelt und mir eine Braubox bestellt. Und wie man aus meinen bisherigen Rezensionen zu verschiedenen Bierstilen erraten kann, habe ich mich für die Braubox Pale Ale entschieden (die Braubox IPA gab es damals noch nicht).

Inhalt der BrauboxEinige Tage später erreichte mich dann das heiß ersehnte Paket und ich begann direkt meinen Terminkalender zu checken, wann an welchem Wochenende ich die erforderlichen 5-6 Stunden Zeit aufbringen könnte. Außerdem musste vorher noch ein ausreichend großer Topf besorgt werden. Da ich lediglich über einen Top mit einem Fassungsvermögen von ca. 6 Litern verfüge, habe ich mir bei einer Bekannten einen 10l Suppentopf geliehen. So gerüstet konnte dann mein erster Brautag kommen.

MaischenAm Sonntag dann habe ich um 11:30 Uhr begonnen. Zuerst ging es ans Einmaischen. Also Wasser auf 69°C erwärmen und das Malz hinzugeben. Klingt nicht sonderlich schwierig, aber bereits hier habe ich die Trägheit des Systems Herdplatte/Topf etwas unterschätzt, sodass ich nach dem Einmaischen eine Temperatur von 74°C im Topf hatte. Ob sich das negativ auf das Endprodukt auswirken sollte? Falls es schiefgehen sollte, wusste ich wenigstens schon mal einen Fehler, an dem es gelegen haben kann.

Dieser hoffentlich kleine Fehler sollte mich aber erst mal nicht davon abhalten, weiterzumachen. Also einen Stuhl vor den Herd stellen, Thermometer, Rührlöffel und Buch bereitlegen und abwechselnd lesen, Temperatur messen und immer mal wieder umrühren. Sehr entspannt, muss ich sagen. Als Lektüre hatte ich das Buch Heimbrauen – Schritt für Schritt zum eigenen Bier von Hagen Rudolph gewählt. Ein super Buch für Einsteiger. Allerdings steht dort auf Seite 39 geschrieben, dass bei einer Temperatur von 72°C das Enzym Beta-Amylase zerstört wird. Dieses Enzym ist dafür verantwortlich, aus der Stärke des Malzes die Maltose zu extrahieren, also den Zucker, den die Hefe während der Gärung in Alkohol umwandelt. Über 72°C kommt dann die Alpha-Amylase ins Spiel, die übriggebliebene Stärke in Dextrin umwandelt. Dextrin ist allerdings nicht vergärbar. Sollte mein Fehler zu Beginn des Einmaischens dem Bier bereits den Todesstoß versetzt haben? Aufgeben wollte ich aber auch nicht. Habe ich doch mal irgendwo gelesen, dass es schwierig ist, kein Bier hinzubekommen. Also weitermachen!

Nach dem sehr entspannten und in meinem Fall auch sehr informativen Maischen folgte dann das Läutern. Dazu habe ich die Maische mit einer Suppenkelle in ein Haushaltssieb gegeben und langsam durchlaufen lassen. Dann mit dem Nachguss nochmals den Treber spülen, um möglichst viel Zucker zu lösen. Das Ergebnis ist dann die Würze. Und damit ja kein Zucker verloren geht, habe ich (laut Anleitung) den Treber noch einmal mit der Würze gespült, dieses mal zurück in den (mittlerweile gereinigten) Maischetopf. Zusammen mit dem Nachguss war der Topf dann auch ziemlich voll.

Würze KochenAls nächstes kam dann das Hopfenkochen, also Feuer frei. Die Würze musste zum Kochen gebracht werden und dann nach ein paar Minuten die erste Hopfengabe erfolgen. Cascade riecht schon echt intensiv, wenn man in als Pellets in der Hand hat. Aber da soll er ja nicht bleiben, also rein in den Topf. Und nun heißt es wieder entspannt bis zur zweiten Hopfengabe warten. Man hat also wieder eine Stunde Freizeit, um es sich mit dem Buch bequem zu machen. Ab und an kontrollieren, ob die Würze noch, wie in der Anleitung gefordert, wallend kocht, aber das war es dann auch schon wieder.

HopfenNach der zweiten Hopfengabe und weiteren 10 Minuten Kochzeit habe ich dann die Würze vom Herd genommen und in de Spüle mit kalten Wasser und einigen Kühlakkus auf 20°C gekühlt. Während des Abkühlens wurde der Rest des Hopfens zugegeben.

Die kalte Würze kam dann durch ein Sieb, welches den Hopfen größtenteils wieder ausgefiltert hat, mit der Hefe in die Gärflasche. Gärspund drauf und fertig ist der Brautag. Nun noch etwas aufräumen und um 17 Uhr war der entspannte, aber trotzdem informative und produktive erste Brautag beendet. Wenn das mit dem Gären und Reifen doch nur nicht so lange dauern würde…

JungbierAls dann einige Stunden später im Gärspund erkennbar war, dass sich in der Flasche Gas bildet, welches über den Gärspund entweicht, war mir auch klar, dass mein Fehler zu Beginn des Maischens nicht so schwerwiegend war. Denn offensichtlich hatte die Hefe etwas leckeres gefunden, dass sie sich nun einverleiben konnte.

Eine Woche später

Die Hefe hat ca. 4 Tage lang ihre Arbeit verrichtet, im Anschluss konnte ich auch bei längerer Beobachtung des Gärspunds keine entweichenden Gasblasen mehr erkennen. Sollte also alles fertig sein. Daher habe ich mich am Sonntag nach dem Brautag daran gemacht, das Bier aus der Gärflasche in einen Topf abzuziehen. Hier war darauf zu achten, dass möglichst wenig Hefe, die sich in der Zwischenzeit am Boden der Flasche gesammelt hat, mit in den Topf gelangt. Mit der in der Braubox enthaltenen Pumpe war das relativ einfach möglich. In den Topf mit dem Jungbier wurde dann etwas in Wasser gelöster Zucker gegeben. Dies ist wichtig, damit die Resthefe, die mit in den Topf gelangt ist, in den Flaschen das Kohlendioxid erzeugen kann. Flaschengärung halt. Ohne diese wäre das fertige Bier schal. Nun also das Jungbier mit der Zuckerlösung wieder mit der Schlauchpumpe aus der Braubox in die Flaschen abfüllen. Dann wieder etwas sauber machen und schon ist der zweite Teil des Bierbrauens erledigt. Mit Flaschen reinigen und anschließendem Spülen der Gärflasche, Pumpe etc. keine zwei Stunden Arbeit.

Und nun heißt es weiter warten…

Eine weitere Woche später

Die erste Woche standen die Flaschen weiterhin in der Küche. Die Hefe braucht ja eine genügend hohe Temperatur, um den Zucker zu Kohlendioxid zu vergären. Da hierbei Druck in der Flasche entsteht, und ich gelesen habe, dass die Flaschen durchaus schon mal explodieren, habe ich sie in eine Schüssel gestellt und mit einem Tuch abgedeckt. Wenn tatsächlich eine Flasche platzen sollte, dann soll sie möglichst wenig Schmutz verursachen. Nach einer Woche Flaschengärung, die auch den neu zugegebenen Zucker restlos verzehrt haben sollte, habe ich die Flaschen dann zur Endreifung in die dunkle und kühle Kammer gestellt.

Und nochmal warten…

Nochmal zwei Wochen später

SelbstgebrautesHeute ist der große Tag. Ich werde mein erstes selbstgebrautes Bier trinken. Die Flasche habe ich auf dem Balkon geöffnet. Ordentlich Druck ist drauf, aber es geht nichts schief. Und es riecht schon lecker nach Cascade. Also rein uns Glas. Feiner, weißer Schaum, hält sich ein paar Minuten. Geruch bleibt bei Cascade, sonst nichts erkennbar. Perlt ganz gut im Glas.

Im Antrunk ist es allerdings wenig sprudelig, die leichte Säure kann es aber etwas rausholen, wenn auch ein etwas wässriger Eindruck bleibt. Schmaler Körper, wenige Aromen. Stattdessen knallt der Hopfen für meinen Geschmack etwas zu kräftig. Im Abgang gesellt sich dann eine leicht metallische Note zum Hopfen, der ein schön trockenes, bitteres Gefühl zurücklässt. Irgendwie schon ein super Bier, weil es mein erstes Selbstgebrautes ist, aber andererseits muss ich eingestehen, dass es aromatisch nicht so der Knaller ist. Wenig Aroma, dafür der Hopfen zu stark. Aber gibt es wohl das perfekte Bier???

Die Besserbrauer liefern übrigens noch 10 gute Gründe, warum jeder sein eigenes Bier brauen sollte. Ich kann es euch wärmstens empfehlen.

Adventskalender 16 – Maisel & Friends Pale Ale

Weiter geht’s mit dem Adventskalender. Langsam, aber sicher, nähere ich mich dem Ende, auch wenn die 24 schon verköstigt wurde. Aber immerhin bin ich nun im letzten Drittel. Und dort erwartet mich endlich ein IPA. Bisher habe ich erst eines getrunken, war davon aber sehr begeistert. Daher habe ich mich über die heutige 0,33l Longneck-Flasche Pale Ale aus dem Bayreuther Hause Maisel & Friends besonders gefreut. Dort wird aus Wasser, Gerstenmalz, amerikanische Alehefe und den fünf Hopfensorten Herkules, Chinook, Amarillo, Simcoe, Citra ein Pale Ale gebraut, was es in sich hat. Aus 12,3 Grad Plato werden mit obergäriger Hefe 5,2 Volumenprozent Alkohol gebraut. Durch das “Eimerweise” Stopfen des Bieres kommt das Pale Ale auf 35 IBUs.

Goldgelb und naturtrüb läuft es ins Glas, bildet eine schöne feine Krone, der sich aber eher schnell wieder verzieht und den Weg freigibt für die intensiven Geruchsaromen. Die Nase wird von süßer Mango oder Papaya und zitronigem Hopfen umschmeichelt, der Citra-Hopfen läst also ein wenig die Muskeln spielen. Bereits hier bekommt man richtig Lust auf das Pale Ale.

Aber auch der GeMaisel & Friends Pale Aleschmack weiß zu überzeugen. Der passende Einsatz von Kohlensäure zusammen mit der dünnen Textur und einer leichten Säure zeigen das Bier im Antrunk sehr rezent. Allerdings ist hier schon das süße Mangoaroma erkennbar, welches sanft in den Körper herüberträgt. Dort verbindet es sich dann mit dem Limonenaroma und bildet eine schöne Grundlage für den recht breiten Körper. Und hier muss ich mir eine Formulierung der Brauer ausleihen: Der Körper verfügt über ein Brett an Hopfenaromen. Aber hier ist es der Genuss nicht vorbei. Im Abgang geht der bittere Limonen-Mangogeschmack langsam in einem Meer aus Hopfenaromen unter, das immer wieder heranwogt und verschiedene Aromen erneut einzeln präsentiert. Ab und an taucht auch nochmal etwas Limonenaroma auf. Wunderbar, wie sich der Hopfen ölig auf die Zunge legt.

Ich bin restlos begeistert von diesem Pale Ale. Eine Geschmacksexplosion, wie ich sie bisher noch in keinem Bier gefunden habe. Liebe Leute rund um Braumeister Chris Sullivan, macht weiter so! Ich freue mich schon auf eure übrigen Kreationen, hoffe aber, dass ihr irgendwann nochmal einen anderen Pale Ale-Hammer einbraut, gerne auch mit noch ein paar IBUs mehr.