McMüller’s Zwickl

Wer kennt nicht Kofferen? Genauer Linnich-Kofferen? Ich muss zugeben, dass ich bisher zu dieser kleinen Gruppe gehört habe, die dieses Dorf im Zentrum des Dreiecks Köln, Aachen und Mönchengladbach nicht kannten. Das hat sich aber am Wochenende geändert, denn meine liebe Kollegin hatte mir schon vor einigen Wochen eine 1 Literflasche einer mir vollkommen unbekannten Brauerei mitgebracht. Denn in Kofferen gibt es seit 2007 die Privatbrauerei McMüller, die einen Hotelbetrieb und urigen Pub ergänzt, der dort seit Ende der 90er in den Mauern eines 200 Jahre alten Bauernhofs eröffnet wurde. Dies allein ist ja schon ein interessantes Projekt, aber damit nicht genug, wird nun schon im neunten Jahr auch eigenes Bier gebraut. Angefangen hat man mit Blond und Dunkel, um sich dann nach und nach mit Stout und Weizen breiter aufzustellen. In meinem Fläschen schlummert nun ein Zwickel. Ich bin gespannt.

McMüllers ZwicklDa ich wegen eines Unfalls einige Zeit aus dem Verkehr gezogen war, habe ich mir etwas Unterstützung kommen lassen, damit ich nicht in der riesigen Flasche untergehe. Denn für mich als reinen Genusstrinker ist manchmal schon eine Halbliterflasche herausfordernd. Das hängt allerdings auch stark vom Inhalt ab.

Nun gut, nun geht es also ans Eingemachte. Das Zwickel sieht, wenig überraschend, aus wie ein Pils. Goldgelb rinnt es ins Glas, bildet sehr viel Schaum, der sich aber schnell auf ein normales Maß zusammenstaucht, um dann prickelnd und klar im Glas auf den Verzehr zu warten. Die zweite Flaschenhälfte zeigt sich hier etwas anders, denn dort kommen dann auch die Trübstoffe des Bieres mit ins Glas. Denn bei McMüller wird ausschließlich naturtrüb angefüllt.

Das Zwickel riecht leicht hopfig, offenbart sonst aber keine Aromen. Mit 5,4 Volumenprozent Alkohol liegt es im oberen Bereich für Kellerbiere. Im Antrunk rezent, wenn auch nur mittelmäßig sauer, kann man im schmalen Körper eine leicht würzige Note erkennen. Zum Ende hin nimmt die Säure noch einmal zu, um sich dann mit einer leichten Bittere zu verbinden.

Ich bin ja kein Fan von faden Bieren, daher bin ich bei diesem Zwickel sehr erfreut von der leckeren Würze im Körper. Nicht aufdringlich, aber auch nicht langweilig. Ein leckeres und süffiges Kellerbier. Wer zufällig mal durch Kofferen kommt, sollte sich McMüller nicht entgehen lassen.

Adventskalender 21 – Bayreuther Aktien Zwick’l Kellerbier

Langsam, aber sicher nähere auch ich mich dem Ende des Adventskalenders. Und ich muss sagen, dass mir der Inhalt, bis auf einige Ausnahmen, sehr gut gefallen hat. Trotzdem hoffe ich, dass die letzten drei Flaschen das Niveau noch etwas heben können. Beim heutigen Bayreuther Aktien Zwick’l Kellerbier von der Bayreuther Bierbrauerei AG habe ich irgendwie das Gefühl, dass es durchaus nach oben gehen kann. Schließlich kommt es aus Franken, die Region, die für ihre vielen und guten Brauereien bekannt ist. Mal sehen, was sich in der 0,5l Bügelflasche verbirgt, die mit einem im Mittelalter-Look gestalteten Etikett versehen ist.

Bayreuther Aktien Zwick'l KellerbierIns Glas strömt eine bernsteinfarbene Flüssigkeit mit dem Hang zu rot, die eine gute Krone aus feinem und mittelgroben Schaum bildet. Dieser ist nicht sehr stabil, sodass sehr schnell der Weg frei ist für die Duftaromen. Hier fällt zu allererst, noch bevor man wirklich am Glas riecht, ein unterschwelliges Bananenaroma auf. Beim gezielter Erschnuppern ist davon aber nicht mehr viel zu spüren. Zwar hat das Bier fruchtige Noten, aber sekundär ist ein süßer, schwerer Malzduft viel prägnanter. Auch ist eine leichte Karamellnote erkennbar.

Der erste Schluck ist allerdings etwas enttäuschend. Das Zwickel ist wenig sauer und hat fast keine Kohlensäure. Der Antrunk fällt daher nicht sehr rezent aus, stattdessen ist bereits hier eine süße Note präsent. Glücklicherweise wird diese Süße im Körper nicht stärker. Dieser ist malzig und recht schmal, aber sehr ausgewogen. Die Malzsüße wird hier von Kräuteraromen begleitet. Dieser herbale Eindruck leitet dann auch zu einem immer bittereren Abgang über, der mir sehr gut gefällt. Das Hopfenaroma läuft hier in einer feinen, grasigen Note aus.

Mit seinen 5,3% vol. Alkohol zählt das Bier zu den stärkeren Kellerbieren. Durch seine wahrscheinlich ungespundete Gärung, die in Franken ja sehr verbreitet sein soll, hat das Bier sehr wenig Kohlensäure und kommt recht flach daher. Im ersten Moment noch überraschend, kann man zusammenfassend sagen, dass es dem Bier nicht negativ auszulegen ist. Ein leckeres Erzeugnis aus dem wunderlichen Freistaat. Sollte man mal probiert haben.